Res­sour­cen scho­nend leben und arbei­ten, das ist schon lan­ge kei­ne kur­ze Mode­er­schei­nung mehr, son­dern ver­ant­wor­tungs­vol­les Ver­hal­ten gegen­über unse­rer Umwelt und unse­ren Mit­men­schen.


Wer dar­auf ach­tet, dass er in sei­nem täg­li­chen Leben (und dazu gehört schließ­lich auch das Arbeits­le­ben) lang­le­bi­ge und recy­cel­ba­re Mate­ria­li­en und Möbel ver­wen­det sowie Öko-Strom ver­braucht, sorgt dafür, dass das Treib­haus­gas CO₂ weni­ger pro­du­ziert wird, ein­mal weil durch lang­le­bi­ge Gegen­stän­de weni­ger indus­tri­ell her­ge­stellt wird und damit weni­ger Ener­gie und Was­ser ver­schwen­det wer­den.

Außer­dem ist es auch wich­tig, dar­auf zu ach­ten, wo die ein­zel­nen im All­tag ver­wen­de­ten Pro­duk­te her­ge­stellt wer­den, denn Waren, die im asia­ti­schen Raum pro­du­ziert wer­den, wer­den oft unter men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen her­ge­stellt.

Ich selbst ach­te beim Ein­kauf von Pro­duk­ten — sei es Möbel, Büro­ar­ti­kel, Elek­tro­ge­rä­te, Klei­dung oder Lebens­mit­tel — nur teil­wei­se auf öko­lo­gisch kor­rek­te Ware. Das muss ich ehr­lich zuge­ben. Ein­mal weil es meist einen grö­ße­ren Auf­wand bedeu­tet, Bio­wa­re ein­zu­kau­fen (auch die Kos­ten sind oft höher) und weil sich natür­lich eine gewis­se Bequem­lich­keit ins Leben ein­ge­schli­chen hat, die man nur schlecht wie­der abstel­len kann.

Da ich selbst von Zuhau­se, also in einem Home-Office, arbei­te und mir schon häu­fi­ger Gedan­ken gemacht habe, doch mehr auf res­sour­cen­scho­nen­de Pro­duk­te zu ach­ten, habe ich mich ent­schlos­sen, mein Home-Office unter öko­lo­gi­schen Gesichts­punk­ten zu betrach­ten und fest­zu­stel­len, wo man öko­lo­gisch nach­bes­sern kann und wie.

Was muss ich also umset­zen, damit mein Home-Office den Namen „Grü­nes Office“ ver­dient und geht das wirk­lich so ein­fach?

Fol­gen­de Punk­te habe ich mir dabei genau­er betrach­tet:

  • Büro­mö­bel und Tep­pich
  • Beleuchtung/​Künstliches Licht
  • Büro­ma­te­ri­al (Stif­te, Papier und Co.)
  • Post­sen­dun­gen
  • Strom
  • Büro­elek­tro­nik wie PC und Dru­cker sowie Han­dys

Zu jedem der auf­ge­führ­ten Punk­te wer­de mei­ne Aus­gangs­si­tua­ti­on schil­dern (also den Ist-Zustand) und dann im Inter­net recher­chie­ren, was es als öko­lo­gisch kor­rek­te Alter­na­ti­ve zu den kon­ven­tio­nel­len Pro­duk­ten gibt — falls es wel­che gibt.

Also fan­ge ich mal an.

Da die­ser Arti­kel sehr umfang­reich wird, tei­le ich in zwei Bei­trä­ge.

Büromöbel und Teppich

Mei­ne Büro­mö­bel — Schreib­tisch und Stuhl habe ich im kon­ven­tio­nel­len Han­del gekauft, der Büro­stuhl besteht zum größ­ten Teil aus Kunst­stoff und Poly­es­ter. Mein Schreib­tisch ist aus Holz, aller­dings nicht aus nach­hal­ti­ger Forst­wirt­schaft, und auch nicht aus Mas­siv­holz. Genau­so wenig sind die Rega­le und der Büro­schrank aus Res­sour­cen scho­nen­der Pro­duk­ti­on.

Gene­rell heißt es ja, dass öko­lo­gisch kor­rek­te Möbel aus Roh­stof­fen her­ge­stellt wer­den sol­len, die nach­wach­sen, wie bei­spiels­wei­se Holz, oder zumin­dest recy­cel­bar sind oder aus recy­cel­ten Stof­fen pro­du­ziert wur­den. Das sind mei­ne Möbel nicht.

Doch es gibt auch öko­lo­gisch kor­rek­te Gegen­ent­wür­fe zu mei­nen Möbeln. So stellt z. B. die Fir­ma Steel­ca­se einen Büro­stuhl her, des­sen Bezugs­stoff voll­stän­dig kom­pos­tier­bar ist, und auch die ande­ren Stuhl­tei­le kön­nen recy­celt und wie­der­ver­wen­det wer­den.

Der Stuhl hat eine Crad­le-to-Crad­le-Pro­dukt­zer­ti­fi­zie­rung, d. h. er kann fast kom­plett recy­celt wer­den, womit Abfall so gut wie ver­mie­den wird.

Das Crad­le-to-Crad­le-Prin­zip wird auf Wiki­pe­dia fol­gen­der­ma­ßen zitiert:

„Das Crad­le to Crad­le-Kon­zept (engl., dt. sinn­ge­mäß Von der Wie­ge zur Wie­ge) beschreibt eine Form zykli­scher Res­sour­cen­nut­zung, in dem Pro­duk­ti­ons­wei­sen am Erhalt geschöpf­ter Wer­te aus­ge­rich­tet sind.

Ana­log dem Nähr­stoff­zy­klus der Natur, in dem “Abfäl­le” eines Orga­nis­mus von einem ande­ren genutzt wer­den, sol­len in der Pro­duk­ti­on Mate­ri­al­strö­me so geplant wer­den, dass Abfäl­le sowie eine inef­fi­zi­en­te Nut­zung von Ener­gie ver­mie­den wer­den. Das Crad­le to Crad­le-Kon­zept wur­de 2002 von Micha­el Braun­gart und Wil­liam McDo­nough ent­wi­ckelt.“

Edle Öko-Möbel — dar­un­ter auch Büro­schreib­ti­sche — fin­det man auch im Online-Shop von Green Living. Wei­te­re Online-Anbie­ter von öko­lo­gisch kor­rek­ten Büro­mö­beln sind Avo­ca­dos­to­re, Wasch­bär und Memo.

Wer sein Büro öko­lo­gisch nach­hal­tig ein­rich­ten will, muss nun nicht gleich alles weg­wer­fen und Möbel mit ent­spre­chen­den Öko-Zer­ti­fi­zie­run­gen kau­fen. Denn ein­mal sind Möbel, die nicht mehr pro­du­ziert wer­den müs­sen (also Möbel, die man schon hat), immer noch öko­lo­gi­scher als die umwelt­freund­lichs­ten her­ge­stell­ten Möbel.

Daher ist es auch wich­tig, auf gute Qua­li­tät und Lang­le­big­keit sei­ner Büro­ein­rich­tung zu ach­ten, und dass man sie bei Ver­schleiß auch gut repa­rie­ren bzw. auf­be­rei­ten kann.

Kauft man irgend­wann neue Möbel, dann soll­te man über­prü­fen, ob man sei­ne alte Ein­rich­tung viel­leicht nicht doch noch ver­schen­ken, spen­den oder güns­tig ver­kau­fen kann, wenn sie noch gut in Schuss ist. Denn damit ver­mei­det man unnö­tig Müll und schont die Umwelt. Eben­falls res­sour­cen- und umwelt­scho­nend ist der Kauf von schon gebrauch­ten Möbeln.

Nun zum Boden­be­lag: Mei­ne Tep­pi­che sind aus Schur­wol­le und natür­lich auch nicht „grün“. Dafür habe ich sie schon sehr lan­ge und da sie qua­li­ta­tiv sehr hoch­wer­tig sind, wer­de ich auch noch lan­ge mei­ne Freu­de an ihnen haben.

Öko­lo­gisch kor­rek­te Tep­pi­che gibt es z. B. bei Des­so. Der Her­stel­ler pro­du­ziert mehr als die Hälf­te sei­nes Tep­pich­sor­ti­ments aus recy­cel­ba­ren Mate­ria­li­en, d. h. er ver­ar­bei­tet gebrauch­te Tep­pich­bö­den wie­der zu neu­en. Auch hier kommt also das Crad­le-to-Crad­le-Prin­zip zur Anwen­dung. Übri­gens sol­len Tep­pich­läu­fer oder ‑böden in geschlos­se­nen Räu­men die Fein­staub­be­las­tung deut­lich redu­zie­ren.

Zu einem grü­nen Home-Office gehö­ren auch Grün­pflan­zen wie Yuc­ca­pal­me oder Ficus-Bäum­chen, denn schließ­lich sor­gen sie eben­falls für ein gesun­des Raum­kli­ma, weil sie den Schad­stoff­ge­halt in der Luft ver­rin­gern, und sie ver­mit­teln eine posi­ti­ve Grund­stim­mung. Vor allem Yuc­ca oder Ficus machen sich gut, aber auch klei­ne­re Grün­pflan­zen wie Fens­ter­blatt, Dra­chen­baum, Zim­mer­li­lie oder Ele­fan­ten­fuß an Fens­ter und auf dem Boden gehen genau­so.

Inspi­ra­tio­nen für Zim­mer- bzw. Büro­pflan­zen fin­det man auf www​.stu​ben​blu​men​.de.

In die­sem Bereich kom­me ich nicht so gut weg. Aller­dings habe ich vor ein paar Jah­ren beim Kauf mei­ner Büro­ein­rich­tung Wert auf hoch­wer­ti­ge Möbel gelegt, sodass ich lan­ge Freu­de dar­an habe. Wenigs­tens habe ich ein paar Grün­pflan­zen im Raum, die mein Büro tat­säch­lich etwas grü­ner machen. — im dop­pel­ten Wort­sinn.

Beleuchtung/​Künstliches Licht

Als nächs­ter Punkt ste­hen die Licht­quel­len in mei­nem Home-Office auf dem Prüf­stand. Ein Nach­teil mei­nes Büros liegt schon mal dar­in, dass der Schreib­tisch recht weit ent­fernt vom Fens­ter steht, also von der natür­lichs­ten und damit umwelt­freund­li­chen Licht­quel­le, die es gibt. Aber die Raum­auf­tei­lung ließ es nicht anders zu.

Wenn im Früh­jahr und Som­mer die Son­ne scheint, reicht die Hel­lig­keit für unan­ge­streng­tes Arbei­ten am PC und Schreib­tisch abso­lut aus. Doch gera­de in der licht­ar­men Zeit wie Herbst und Win­ter muss ich tags­über oft mei­ne Decken­be­leuch­tung oder mei­ne Schreib­tisch­lam­pe anschal­ten.

Wer bei künst­li­chem Licht mög­lichst ener­gie­ef­fi­zi­en­te Lam­pen ein­set­zen möch­te, soll­te Leucht­stoff­röh­ren nut­zen, und dabei auf eine gute und hoch­wer­ti­ge Qua­li­tät ach­ten. Denn sol­che Röh­ren hal­ten deut­lich län­ger als bil­li­ge.

Leucht­stoff­röh­ren kön­nen den zuge­führ­ten Strom 3- bis 6mal bes­ser in Licht umwan­deln als die her­kömm­li­che Glüh­bir­ne und benö­ti­gen dafür weni­ger Watt.

Eben­falls ener­gie­spa­rend sind die LED-Lam­pen, sind aber teu­rer als die Leucht­stoff­röh­ren. Angeb­lich hal­ten sie auch lan­ge. Da ich ener­gie­ef­fi­zi­en­te LED-Lam­pen als Decken­be­leuch­tung und auch als Tisch­lam­pe habe, kann ich die Lang­le­big­keit nicht so ganz bestä­ti­gen. Man­che Lämp­chen gin­gen so schnell kaputt wie die klas­si­schen Glüh­bir­nen.

Im Inter­net habe ich zur Beleuch­tungs­stär­ke fol­gen­de Wer­te ent­deckt: Für den Büro­schreib­tisch emp­fiehlt sich eine Lam­pe von 25 Watt und für eine Decken­be­leuch­tung in einem ca. 15 bis 18 qm² gro­ßen Raum soll­ten 100 Watt aus­rei­chen.

Für „Nacht­schwär­mer“ am PC bie­ten sich beson­ders Tages­licht­lam­pen an, die­se ver­fü­gen über einen höhe­ren Blau­an­teil im Licht. Dadurch bleibt man dann län­ger wach.

Ener­gie­spar­lam­pen für das Büro gibt es u. a. im Online-Shop von Memo (sie­he oben).

Mein per­sön­li­ches Fazit zu die­sem Punkt: Zumin­dest bei den Licht­quel­len set­ze ich schon mal ener­gie­ef­fi­zi­en­te Alter­na­ti­ven ein.

Büromaterial

Zum klas­si­schen Büro­ma­te­ri­al zäh­le ich Stif­te wie Kugel­schrei­ber, Dru­cker­pa­pier, Brief­um­schlä­ge, Ord­ner usw.

Außer umwelt­freund­li­chem Papier für mei­nen Dru­cker benut­ze ich übli­che Büro­ar­ti­kel aus dem Schreib­wa­ren oder vom Dis­coun­ter.

Doch auch für die­se Pro­duk­te fin­det man online einen Öko-Anbie­ter. Ich habe beim Goog­len den Shop Memo ent­deckt, der sowohl für Pri­vat- wie Geschäfts­kun­den über 10.000 umwelt­freund­lich und sozi­al­ver­träg­lich pro­du­zier­te Arti­kel für Büro (Büro­ar­ti­kel, Lam­pen und Büro­mö­bel), Wer­be­mit­tel und Tex­ti­li­en anbie­tet. Ich habe den Shop schon unter den Punk­ten Büro­mö­bel und Beleuch­tung kurz genannt.

Es gibt dort sogar direkt recy­cel­te Brief­um­schlä­ge und Ver­sand­ta­schen, die aus Land­kar­ten, Kalen­der oder Pla­ka­ten zu Umschlä­gen ver­ar­bei­tet wur­den. Bei die­sem Ver­fah­ren, dem Direktre­cy­cling, ent­fällt im Gegen­satz zum her­kömm­li­chen Papier­re­cy­cling, der Ver­brauch von Was­ser, Ener­gie und Auf­be­rei­tungs­stof­fen.

Denn gera­de bei der kon­ven­tio­nel­len Papier­her­stel­lung wird sehr viel Was­ser ver(sch)wendet, auf ein Kilo Papier kom­men dabei ca. 100 Liter Was­ser und jede Men­ge Strom. Beim „nor­ma­len“ Papier-Recy­cling wird nur ein Sieb­tel des Was­sers benö­tigt. Und beim Direktre­cy­cling wird gar kein Was­ser ver­braucht, weil das Alt­pa­pier ohne Umwe­ge direkt zu neu­en Papier­pro­duk­ten ver­ar­bei­tet wird.

Wer Visi­ten­kar­ten, Fly­er, Pla­ka­te oder Brief­bö­gen dru­cken las­sen will, kann auch eine umwelt­freund­li­che Dru­cke­rei beauf­tra­gen. Im Inter­net habe ich u. a. Lokay und Umwelt­dru­cke­rei ent­deckt.

Ich habe mir mal die Prei­se für öko­kor­rek­tes Büro­ma­te­ri­al ange­schaut und fest­ge­stellt, dass die­ses schon teu­rer als die Ware beim Dis­coun­ter ist. Wer also umwelt­freund­li­che Stif­te, Ord­ner, Umschlä­ge usw. in sei­nem Home-Office ver­wen­den will, muss dann auch Mehr­kos­ten in Kauf neh­men. Das gilt auch für Büro­mö­bel.

Bis auf das Papier bin ich in die­sem Punkt noch abso­lut kon­ven­tio­nell.

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Teil zwei „Grü­nes Home-Office — Infor­ma­tio­nen und Quel­len zu einem (fast) öko­lo­gisch kor­rek­ten Büro“ folgt in den nächs­ten Tagen.