Als Web­wor­ke­rin sit­ze ich täg­lich mehr als 8 Stun­den auf mei­nem Büro­stuhl in mei­nem Home-Office. Zu viel, wenn ich den Aus­sa­gen von Exper­ten glau­ben soll, die das stun­den­lan­ge bewe­gungs­ar­me Sit­zen mit Rau­chen ver­glei­chen. Denn Sit­zen ist das neue Rau­chen, so das Ergeb­nis von ver­schie­de­nen Studien.


Das klingt nicht gut, da das lan­ge Sit­zen zu Throm­bo­se, Über­ge­wicht, Dia­be­tes und sogar zu Krebs füh­ren kann. Zu Rücken­pro­ble­men sowie­so. Schließ­lich ist der mensch­li­che Kör­per nicht dafür geschaf­fen, so lan­ge unfle­xi­bel in einem Stuhl zu sit­zen. Unse­re Vor­fah­ren waren als Jäger und Samm­ler den gan­zen Tag auf den Bei­nen und damit in Bewegung.

Ich selbst ver­su­che zwar, nach einer Stun­de Sit­zen auf­zu­ste­hen und ein paar Run­den im Zim­mer zu lau­fen oder durchs gan­ze Haus zu gehen, doch oft ver­ges­se ich dies und schon habe ich wie­der drei bis vier Stun­den fast reg­los vorm PC verbracht.

In so einem Beruf auf die emp­foh­le­nen 10.000 Schrit­te pro Tag zu kom­men, ist wirk­lich schwie­rig. Um auch im Büro gesün­der zu leben, soll­te man nach dem Rat von Ergo­no­mie-Fach­leu­ten nicht nur sit­zend arbei­ten, son­dern auch ein paar Stun­den im Stehen.

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Doch so ein­fach ist das gar nicht. Damit man im Ste­hen nicht eben­falls eine star­re, ver­krampf­te Hal­tung ein­nimmt, sind ein paar wich­ti­ge Regeln zu beachten.

Tipps zum richtigen Stehen

All­zu schnell fällt man beim Ste­hen in eine vor­ge­beug­te Hal­tung, ähn­lich der beim Sit­zen. So soll­test du auf kei­nen Fall dei­ne Arbeit vorm PC erledigen.

  • Nut­ze für das Ste­hen spe­zi­el­le Büro­mö­bel, wie ein Steh­pult oder ein höhen­ver­stell­ba­rer Steh­schreib­tisch. Mit ein­fa­chen Käs­ten oder Kar­tons, die die Arbeits­flä­che erhö­hen, kannst du höchs­tens ein­fach mal tes­ten, ob dir das Arbei­ten im Ste­hen wirk­lich zusagt. Auf Dau­er bringt es dir kei­ne Erleichterung.
  • Tra­ge beque­me Schu­he. Für Home-Office-Arbei­ter/in­nen dürf­te das kein Pro­blem sein. 😊
  • Der Unter­grund soll­te recht weich sein, ver­wen­de also einen Tep­pich oder eine Mat­te als Stehfläche.
  • Nimm‘ eine gera­de Hal­tung ein.
  • Las­se die Schul­tern locker nach unten hän­gen und zie­he sie nicht nach oben.
  • Die Unter­ar­me soll­ten auf der Schreib­tisch­flä­che locker auf­lie­gen können.
  • Beim Ste­hen soll­test du dich immer wie­der bewe­gen, wie die Bei­ne aus­schüt­teln, das Gewicht von einem auf das ande­re Bein ver­la­gern, Schul­tern krei­sen, ein Bein auf eine klei­ne Erhö­hung wie einen Hocker stel­len usw.
  • Wenn du müde bist, dann soll­test du dich wie­der hinsetzen.
  • Falls du unter star­kem Über­ge­wicht lei­dest, soll­test du dei­nen Haus­arzt fra­gen, ob das Arbei­ten im Ste­hen für dich über­haupt sinn­voll ist.
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Vorteile des Arbeitens im Stehen

Wenn du eine locke­re Hal­tung beim Ste­hen ein­nimmst und die oben genann­ten Tipps ein­hältst, wer­den sich mit der Zeit bestimm­te Vor­tei­le zeigen.

Es kann aller­dings ein paar Wochen dau­ern, bis dein Kör­per sich an die neue Arbeits­po­si­ti­on gewöhnt hat.

  • Du kannst bes­ser atmen. Das klingt zunächst selt­sam, doch im Sit­zen wird unser Ober­kör­per zusam­men­ge­staucht, sodass wir nicht mehr rich­tig tief durch­at­men kön­nen. Mit mehr Sauer­stoff in den Lun­gen kannst du dich auch bes­ser konzentrieren.
  • Die Wir­bel­säu­le wird ent­las­tet, wenn du wirk­lich gera­de­stehst und nicht zusam­men­sackst. Der Rücken soll­te einen 90°-Winkel mit der Arbeits­flä­che des Schreib­tischs bilden.
  • Du ver­brennst mehr Kalo­rien und dei­ne Mus­keln wer­den gestärkt.
  • Du hast eine bes­se­re Durch­blu­tung, denn im Ste­hen kann das Blut bes­ser flie­ßen als in der sit­zen­den Haltung.
  • Dei­ne Lau­ne kann sich durch das Ste­hen ver­bes­sern, denn du kannst dich deut­lich mehr bewe­gen, was sich auch auf das see­li­sche Wohl­be­fin­den posi­tiv auswirkt.
  • Und dei­ne Pro­duk­ti­vi­tät kann vom Ste­hen profitieren.

Stehpult und Stehschreibtisch: Mit diesen Möbeln wird das Arbeiten im Stehen leichter

Um wirk­lich gut im Ste­hen arbei­ten zu kön­nen, brauchst du ergo­no­mi­sche Möbel, wie z. B. ein Steh­pult bzw. einen Schreib­tisch­auf­satz oder einen höhen­ver­stell­ba­ren Schreib­tisch, den du sowohl im Sit­zen als auch im Stand ver­wen­den kannst.

Stehpult/​Schreibtischaufsatz

Mit dem Steh­pult kannst du dei­nen Schreib­tisch schnell in einen Stand­schreib­tisch ver­wan­deln. Das Gestell wird ein­fach auf die Tisch­flä­che gestellt und ist sofort einsetzbar.

Auf die erhöh­te Flä­che des Steh­pults lässt sich ein Lap­top samt Maus plat­zie­ren und bedie­nen. Der Nach­teil eines sol­chen Auf­sat­zes ist aus mei­ner Sicht die zu klei­ne Arbeits­flä­che. Bei den Model­len, die ich gese­hen habe, wäre es nicht mehr mög­lich, die Unter­ar­me bequem dar­auf abzulegen.

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Höhenverstellbarer Stehschreibtisch

Ein höhen­ver­stell­ba­rer Steh­schreib­tisch ist für mich immer noch die bes­te Anschaf­fung, wenn man sich dazu ent­schlos­sen hat, vor­wie­gend oder auch im Ste­hen zu arbeiten.

Vor allem die Arbeits­flä­che ist grö­ßer und damit kom­for­ta­bler als bei einem Steh­pult. Man muss den PC nicht umplat­zie­ren und mit nur einem Knopf­druck wird die Tisch­plat­te bei den moder­nen Steh­schreib­ti­schen hochgefahren.

Was für wen das idea­le Möbel ist, soll­te aber jeder selbst herausfinden.

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Ob nun Schreib­tisch­auf­satz oder höhen­ver­stell­ba­rer Schreib­tisch – wich­tig ist, dass das Möbel­stück auf die jewei­li­ge Kör­per­grö­ße ange­passt ist. Denn nur dann kann man eine gera­de und unan­ge­streng­te Kör­per­hal­tung ein­neh­men und im Ste­hen opti­mal arbeiten.

Wenn die Arbeits­flä­che zu nied­rig ist, müs­sen die Arme zu weit nach unten für die Bedie­nung der Tas­ta­tur, der Kör­per sackt wie­der in sich zusam­men wie beim Sitzen.

Ist die Flä­che zu hoch, kommt es schnell zu Nacken- und Schulterverspannungen.

So habe ich meinen Arbeitstest im Stehen erlebt

Wie das Arbei­ten im Ste­hen in der Pra­xis abläuft, woll­te ich auch mal tes­ten. Dafür habe ich auf mei­nen Schreib­tisch zwei brei­te und hohe Kar­tons für die­sen Test auf­ge­setzt. Den einen habe ich ver­wen­det, um mei­nen Moni­tor dar­auf­zu­stel­len, auf den ande­ren kam die Tastatur.

Doch für ein beque­mes Arbei­ten waren die Kar­tons noch nicht hoch genug. Die feh­len­de Höhe habe ich mit Büchern, die ich unter die Kar­tons leg­te, hin­zu­ge­fügt. Den Bereich mit dem Moni­tor habe ich noch etwas höher gemacht, weil ich dies so vom Sit­zen gewohnt war. Da steht der Bild­schirm auch ca. 6,5 Zen­ti­me­ter höher auf einer Ablage.

Um einen beque­men Stand zu haben, leg­te ich eine wei­che Mat­te vor den Schreib­tisch. Wer noch nie im Ste­hen gear­bei­tet hat — so wie ich – muss sich auf eine star­ke Umstel­lung gefasst machen. Anfangs hat­te ich das Gefühl, dass ich nicht kon­zen­triert arbei­ten kann.

Ich woll­te bei die­sem Test einen Arti­kel schrei­ben und dafür Recher­che betrei­ben, doch ich konn­te kaum etwas Brauch­ba­res an Arbeit ablie­fern, zu sehr muss­te ich auf mei­nen Stand ach­ten, Schul­tern, Arme und Füße immer wie­der in die rich­ti­ge Posi­ti­on bringen.

Mein Test ging über zwei Tage, da ich für die Schreib­tisch-Erhö­hung nur ein unbe­que­mes Pro­vi­so­ri­um ver­wen­det habe. In die­sen zwei Tagen ging es zwar von Stun­de zu Stun­de bes­ser, doch bis ich mich dar­an kom­plett gewöhnt hät­te, wür­de wohl 3 bis 4 Wochen dauern.

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Nach zwei Stun­den Ste­hen muss­te ich mich wie­der set­zen, weil die Bei­ne müde waren. Arbei­ten konn­te ich sit­zend dann nicht, denn ich hät­te die Kar­tons abräu­men müssen.

Ich konn­te fest­stel­len, dass mei­ne Bewe­gungs­freu­de im Ste­hen immer mehr zunahm und es wirk­lich auch Spaß machen kann. Doch mein pro­vi­so­ri­sches Umfeld hat mich für einen rich­ti­gen Wohl­fühl­mo­dus etwas zu beschränkt und ich war froh, wie der Test vor­bei war.

Für ein regel­mä­ßi­ges Ste­hen wür­de ich mir es so bequem wie mög­lich machen und einen höhen­ver­stell­ba­ren Schreib­tisch kau­fen, um eine grö­ße­re Arbeits­flä­che nut­zen zu kön­nen und um schnell von der einen zur ande­ren Arbeits­po­si­ti­on wech­seln zu können.

Da ich im Lau­fe des Jah­res mein Home-Office neu­ge­stal­ten will, wer­de ich mir wahr­schein­lich einen sol­chen Schreib­tisch zulegen.

Fazit

Stun­den­lan­ges Sit­zen scha­det uns und unse­rer Gesund­heit. Bevor man wirk­lich krank wird und mit chro­ni­schen Rücken­be­schwer­den kämpft, lohnt es sich, ein­mal das Ste­hen am Schreib­tisch zu testen.

Mit einem Pro­vi­so­ri­um aus Kas­ten oder Kar­tons – so wie bei mir – geht es am güns­tigs­ten – auch wenn es nicht opti­mal ist.

Ein kras­ser Umstieg von andau­ern­dem Sit­zen zu aus­schließ­li­chem Ste­hen wird den meis­ten schwer­fal­len. Es reicht aus, wenn du dei­ne Hal­tung alle 2 bis 3 Stun­den ändern kannst. Erst nach ein paar Wochen wird sich zei­gen, ob du mehr der sit­zen­de oder ste­hen­de Typ bist.

Soll­test du doch lie­ber auf dem Büro­stuhl Platz neh­men, ach­te dar­auf, nach spä­tes­tens einer Stun­de auf­zu­ste­hen und dich 10 bis 15 Minu­ten zu bewe­gen. Auf die­se Wei­se unter­brichst du die bewe­gungs­ar­me Zeit, was dem Kör­per auf jeden Fall guttut.

(Bild­quel­le Arti­kel­an­fang: © Standso­me /Pixabay.com)