Mit die­sem Bei­trag neh­me ich an der Blog­pa­ra­de von Selb­stän­dig im Netz zum The­ma Moti­va­ti­ons­tipps teil.


Dau­er­haft und immer gleich hoch moti­viert zu sein, ist mit Sicher­heit unmög­lich und unrea­lis­tisch. In der Anfangs­pha­se einer Selb­stän­dig­keit befin­den sich die meis­ten Grün­der in einem emo­tio­na­len Hoch und füh­len sich äußerst moti­viert, sich in die Arbeit zu stür­zen und ihre Ideen end­lich ver­wirk­li­chen zu kön­nen.

Der ers­te Dämp­fer mag sich schon spür­bar machen, wenn man eini­ge Behör­den­gän­ge zu absol­vie­ren hat oder das Geld­ver­die­nen nicht so schnell funk­tio­niert, wie man sich das vor­stellt.

Gene­rell befin­det man sich als Selb­stän­di­ger dau­er­haft in einem wel­len­ar­ti­gen Moti­va­tions-Auf und ‑Ab, was durch­aus nicht beängs­ti­gend ist, son­dern nor­mal, schließ­lich ist man kei­ne Maschi­ne, son­dern ein Mensch, der auch mal krea­ti­ve Pau­sen braucht. Wich­tig ist nur, aus einem Moti­va­ti­ons­loch wie­der her­aus­zu­fin­den. Sonst sieht es schlecht aus mit der beruf­li­chen Selb­stän­dig­keit.

Aber ich den­ke, Men­schen mit einem gro­ßen inne­ren Antrieb, die nie­man­den benö­ti­gen, der ihnen den Arbeits­takt vor­gibt, wer­den nicht all­zu lan­ge unmo­ti­viert blei­ben, son­dern immer wie­der einen Weg aus die­ser “Kri­se” fin­den.

Warum habe ich mich selbständig gemacht?

Was mich selbst angeht: Selb­stän­dig zu sein, davon hat­te ich nie so wirk­lich geträumt, aber als ich im Okto­ber 2008 im Zuge der Welt­wirt­schafts­kri­se mei­ne Arbeit ver­lor, die ich noch gar nicht lan­ge hat­te, ent­schied ich mich für die­sen Schritt.

Ich wuss­te, dass es nicht ein­fach wer­den wür­de, aber wie­der unzäh­li­ge Bewer­bun­gen schrei­ben und war­ten, ob ich zu einem Vor­stel­lungs­ge­spräch ein­ge­la­den wer­de oder auch nicht, dar­auf hat­te ich wirk­lich kei­ne Lust mehr. So habe ich mich aus der Arbeits­lo­sig­keit selb­stän­dig gemacht und bekam auch in den ers­ten Mona­ten den Grün­dungs­zu­schuss, der die schlimms­ten finan­zi­el­len Sor­gen am Anfang ganz gut abfing.

Mei­ne Haupt­mo­ti­va­ti­on, mich selb­stän­dig zu machen, war vor allem aus die­ser Bewer­bungs­müh­le her­aus­zu­kom­men und selbst­be­stimmt arbei­ten und damit auch leben zu kön­nen. In eini­gen mei­ner Jobs fühl­te ich mich eher fremd­be­stimmt und so rich­tig Spaß hat mir die Arbeit auch nicht gemacht.

Wie wichtig ist eine hohe Motivation für Existenzgründer und Selbständige?

Natür­lich ist die­se äußerst wich­tig, denn ohne Moti­va­ti­on braucht man sich erst gar nicht selb­stän­dig zu machen. Denn schließ­lich gibt es nie­man­den sonst, der einen antreibt als man selbst.

Wer selb­stän­dig ist, muss stän­dig dafür sor­gen, dass sein Geschäft wächst, bestimm­te Arbeits­ab­läu­fe immer wie­der­ho­len und neue Mög­lich­kei­ten erken­nen, die zu einem wei­te­ren Vor­an­kom­men füh­ren. Ohne einen inne­ren Antrieb kann man die­se Viel­falt und gro­ße Arbeits­last nicht auf Dau­er bewäl­ti­gen.

Sicher­lich kom­men auch mal Pha­sen, in denen man ein­fach sei­nen Stie­fel run­ter arbei­tet, ohne die Kraft zu haben, sein Geschäfts­feld aus­zu­deh­nen oder nach neu­en Busi­ness­op­tio­nen zu suchen. Ich sehe sol­che Zeit­ab­schnit­te auch mal aus krea­ti­ve Pau­se oder Erho­lungs­zeit, um danach wie­der mit neu­en Ideen durch­zu­star­ten.

Soll­te die Moti­va­ti­on aller­dings dau­er­haft ver­schwin­den, sieht es natür­lich schlecht aus.

Ist Geld eine gute Motivation?

Für mich war und ist Geld immer noch eine gute Moti­va­ti­on, wei­ter zu machen. Denn schließ­lich braucht jeder Ein­nah­men, um sein Leben finan­zie­ren zu kön­nen und sich viel­leicht auch ein paar Träu­me zu erfül­len.

Aber wenn man erst mal län­ge­re Zeit selb­stän­dig ist, wird die­ser Moti­va­ti­ons­grund etwas in den Hin­ter­grund rücken und die Mög­lich­kei­ten, die man durch sei­ne beruf­li­che Selb­stän­dig­keit hat, tre­ten in den Vor­der­grund. So ist es zumin­dest bei mir, für ande­re will und kann ich nicht spre­chen.

Außer­dem macht es mir Spaß, neue Din­ge zu ler­nen und mich wei­ter­zu­bil­den. Und das Berufs­feld Inter­net und Mul­ti­me­dia mit sei­nen ste­ti­gen Wei­ter­ent­wick­lun­gen for­dert die Lust am lebens­lan­gen Ler­nen ja gera­de­zu her­aus.

Wie gehe ich mit Motivationsproblemen um?

Moti­va­ti­ons­pro­ble­me kennt wohl jeder und natür­lich auch ich. Vor allem wenn das Wet­ter schön ist und man statt im Home-Office lie­ber in einer Eis­die­le oder im Schwimm­bad sit­zen wür­de, greift bei mir schon mal die Moti­va­ti­ons­schwä­che um sich.

Doch das geht dann wie­der vor­bei. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te ich dage­gen einen rich­ti­gen Durch­hän­ger, der mit dem schö­nen Wet­ter nichts zu tun hat­te. Wochen­lang habe ich kei­ne Lust auf Arbeit gehabt und irgend­wann kam die Angst, dass das so blei­ben wür­de.

In die­ser Zeit habe ich mir aber vor­ge­nom­men, wich­ti­ge Arbeits­schrit­te aus­zu­füh­ren und das, was nicht so ent­schei­dend war, mal sein zu las­sen. So kam es nicht zu einem kom­plet­ten Arbeits­ein­bruch.
Viel­leicht kam die­se Moti­va­ti­ons­schwä­che auch daher, dass ich auch sams­tags und sonn­tags gear­bei­tet hat­te und eigent­lich nie ent­span­nen konn­te. Da ich nun den Sonn­tag als frei­en Tag fest­ge­legt habe, kann ich bes­ser rege­ne­rie­ren und die Kopflee­re ist ver­schwun­den.

Wie hat sich meine Motivation geändert?

Mei­ne Moti­va­ti­on hat sich inso­fern geän­dert, dass ich mir im Lau­fe der ver­gan­ge­nen Jah­re eini­ges an Wis­sen aneig­nen konn­te, mit dem ich heu­te anders an die selb­stän­di­ge Tätig­keit her­an­ge­he als noch am Anfang mei­ner Exis­tenz­grün­dung.

Vor allem bringt mir Moti­va­ti­on, was Neu­es zu star­ten und so wer­de ich in den nächs­ten Mona­ten ein paar neue klei­ne Pro­jek­te begin­nen. Dar­auf freue ich mich schon und Vor­freu­de ist mit Sicher­heit ein guter Moti­va­ti­ons­schub.

Gera­de das stän­di­ge Einer­lei, wie Blog­ar­ti­kel ver­fas­sen, Kun­den­web­sites erstel­len usw. kann men­tal schon aus­lau­gen, daher soll­te man irgend­wann aus sei­ner Rou­ti­ne aus­bre­chen. Auch wenn es nur ein neu­es Hob­by ist, kann dies auch ein Antrieb für das Berufs­le­ben sein.

Meine ganz persönlichen Motivations-Tipps

Nach­fol­gend fin­den sich ein paar Tipps von mir für eine dau­er­haf­te Moti­va­ti­on, die sich wohl von den ande­ren Vor­schlä­gen der Blog­pa­ra­de-Teil­neh­mer nicht all­zu sehr unter­schei­den.

Auch wenn jeder sei­ne eige­nen Lösun­gen braucht, um krea­tiv und wach im Busi­ness zu blei­ben, so schei­nen die­se Tipps doch bei den meis­ten Men­schen Erfolg zu brin­gen.

  • Mei­len­stei­ne fest­le­gen
    Ein kon­kre­tes Ziel vor Augen zu haben, lässt einen viel effek­ti­ver arbei­ten. Ansons­ten lebt man in den Tag hin­ein und ver­liert sich in unwich­ti­gen Din­gen.
  • Pau­sen ein­le­gen
    Die gan­ze Woche durch­ar­bei­ten — wenn man dies am Anfang sei­ner Selb­stän­dig­keit macht, ist das ok, aber irgend­wann soll­te Schluss sein. Der Mensch braucht Pau­sen, um die Ener­gie­spei­cher wie­der auf­zu­la­den. Außer­dem soll­te man beden­ken, dass man noch vie­le Jah­re arbei­ten will und wer sich kei­ne Zeit für Ent­span­nung gönnt, muss mit einem Burn-out rech­nen. Und der kann einen lan­ge Zeit außer Gefecht set­zen. Seit der Sonn­tag Ruhe­tag für mich ist (und auch der Sams­tag­nach­mit­tag) geht es mir deut­lich bes­ser und ich freue mich auf den neu­en Wochen­start.
  • Sich selbst beloh­nen
    Wenn man ein Pro­jekt oder ein defi­nier­tes Ziel erreicht hat, soll­te man sich auch dafür beloh­nen. Dann macht die Arbeit wie­der dop­pelt so viel Spaß und man freut sich auf das nächs­te Geschenk an sich selbst.
  • Neue Pro­jek­te star­ten
    Irgend­wann wer­den die Arbeits­ab­läu­fe ein­tö­nig und man hat kaum die Mög­lich­keit, etwas Neu­es zu ler­nen. Das soll­te man ändern, indem man etwas Neu­es star­tet, sei es eine neue Nischen­web­site, einen neu­en Blog, ein neu­es Hob­by (viel­leicht kann man das irgend­wann auch beruf­lich ein­set­zen), das Suchen neu­er Kon­tak­te, usw. Als Selb­stän­di­ger hat man es selbst in der Hand, beruf­lich für Abwechs­lung zu sor­gen, was man als Ange­stell­ter mit Sicher­heit nicht hat.
  • Freu­de an der Arbeit
    Meis­tens ent­steht ein Moti­va­ti­ons­loch, weil man kei­ne Freu­de mehr an der Arbeit hat. Hat man bei­spiels­wei­se Pro­jek­te lau­fen, für die man sich nicht mehr begeis­tern kann, dann soll­te man die­se been­den.
  • Raus­ge­hen und Ver­an­stal­tun­gen auf­su­chen
    Den gan­zen Tag im Büro — ob nun daheim oder in einem exter­nen Office — kann auch demo­ti­vie­rend sein. In der Inter­net­bran­che fin­den sehr vie­le inter­es­san­te Ver­an­stal­tun­gen statt, wie bei­spiels­wei­se zu den The­men SEO, Affi­lia­te- und Online-Mar­ke­ting. Da ist mit Sicher­heit was dabei, was einen anspricht. Und man trifft gute Gesprächs­part­ner, mit denen man sich aus­tau­schen kann.

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