Egal ob du in dei­ner Frei­zeit ger­ne strickst, Möbel baust, Anti­qui­tä­ten restau­rierst oder aus Pfei­fen­rei­ni­gern Kin­der­spiel­zeug bas­telst — wenn du nur aus­rei­chend gut im Do-It-Yourself-Bereich bist, wirst du sicher­lich schon ein­mal mit dem Gedan­ken gespielt haben, dein Selbst­ge­mach­tes zu verkaufen.


Hier ver­ra­te ich dir, wie du mehr Erfolg beim Ver­kauf haben kannst und was du unbe­dingt beach­ten solltest.

Privater Handel oder anmeldungspflichtiges Gewerbe?

Prin­zi­pi­ell gilt, dass du als Gewer­be­trei­ben­der ein­ge­stuft wirst, wenn du regel­mä­ßig han­delst und damit Ein­nah­men erzielst. Neh­men wir als Bei­spiel einen alten Tisch, den du abge­schlif­fen und geölt hast und den du nun bei eBay ver­kau­fen willst.

Ist die­ser Ver­kauf die Aus­nah­me, so ist es steu­er­lich ein pri­va­ter Han­del. Das gilt gene­rell für gele­gent­li­che Ver­äu­ße­run­gen, das Finanz­amt ist zwar kulant, aber eine gesun­de Ein­schät­zung des eige­nen Han­dels soll­test du schon haben. Vor allem dann, wenn du Waren ein­kaufst, bear­bei­test und dann wei­ter ver­kaufst oder aber immer gleich­ar­ti­ge Waren ver­kaufst. Dann bist du in jedem Fall Gewerbetreibender.

Auch gilt, rich­test du dir einen Online-Shop auf dei­ner eige­nen Web­site ein, unter­hältst du eine Han­dels­sei­te bei eBay oder ver­gleich­ba­ren Platt­for­men oder mie­test du dir einen Stand auf dem wöchent­li­chen Floh­markt, so bist du offi­zi­ell Gewerbetreibender.

In die­sem Fall benö­tigst du einen Gewer­be­schein, ab einer gewis­sen Umsatz­hö­he (17.500 Euro Umsatz/​Jahr) musst du auch Umsatz­steu­er berech­nen. Die­se kannst du dann bei Ein­käu­fen für dein Gewer­be (wie z. B. Mate­ri­al­ein­kauf) aber auch sofort als Vor­steu­er­ab­zug gel­tend machen.

Dar­über musst du dir im ers­ten Jahr oder wenn du nur neben­bei ein wenig ver­kaufst, nicht wirk­lich Gedan­ken machen, aber die wich­ti­ge Lek­ti­on hier ist: Ver­kaufst du regel­mä­ßig und erzielst hohe Ein­nah­men, giltst du nicht mehr als Privathändler.

Bist du Arbeit­neh­mer und willst nur neben­bei ein wenig dazu­ver­die­nen, so sind 600,- Euro pro Jahr steu­er­frei. Sind die­se Vor­aus­set­zun­gen erst ein­mal geklärt, kannst du dich auf das kon­zen­trie­ren, was dir tat­säch­lich Spaß bereitet.

Besser und erfolgreicher online verkaufen

Ein klei­nes Wort der Umsicht sein vor­an­ge­stellt: Bevor du dir eine Web­site ein­rich­test oder jeman­den dafür bezahlst, dir einen Online-Shop zu bas­teln, soll­test du tat­säch­lich ein­mal kri­tisch prü­fen, ob sich der Auf­wand für dei­ne Waren lohnt.

Nie­mand möch­te dir den Spaß an der Arbeit mit Holz, Garn oder Leim neh­men, aber nicht für jeden ambi­tio­nier­ten Bast­ler ist der Ver­kauf die rich­ti­ge Wahl. Hole dir Feed­back ein und ver­glei­che im Inter­net auch ein­mal die Preise.

Zudem soll­test du dei­nen Uni­que Sel­ling Point aus­fin­dig machen, also das, was dei­ne Waren von denen der Kon­kur­renz abhebt. Viel­leicht stellst du schö­ne Couch­ti­sche aus Euro­palet­ten her, aber das machen Schrei­n­er­be­trie­be indes auch.

Es geht für dich dar­um, dei­ne Nische zu fin­den. Du sollst nicht gleich Ama­zon Kon­kur­renz machen, aber du musst schon etwas Beson­de­res bieten.

Bei der tech­ni­schen Ein­rich­tung dei­nes Online-Shops brauchst du nicht unbe­dingt viel Know-How. Du brauchst nichts von HTML zu ver­ste­hen, Shop­ping­por­ta­le wie Shopi­fy oder Woo­Com­mer­ce machen dir die Ein­rich­tung dei­nes Shops leicht.

Man­che Shop­sys­te­me wie das von Jim­do funk­tio­nie­ren nach dem Bau­kas­ten­prin­zip und du hast die vol­le Kon­trol­le über dei­ne Inhal­te. Das ist super, wenn du Ein­zel­stü­cke her­stellst, denn dann du dei­ne Pro­duk­te schnell auf der Sei­te aus­tau­schen kön­nen, um Unmut zu vermeiden.

Dei­ne Web­site soll­te außer­dem nicht nur die Prei­se dei­ner Pro­duk­te klar kom­mu­ni­zie­ren, son­dern auch zusätz­li­che Kos­ten wie Ver­sand­ge­büh­ren und genaue Lieferzeiten.

Beden­ke außer­dem, dass Web­sites mit eige­nem Hos­ting Gebüh­ren kos­ten, die soll­test du auch bei der Preis­ge­stal­tung beden­ken. Eben­falls wich­tig sind eine genaue Pro­dukt­be­schrei­bung und hoch­wer­ti­ge Pro­dukt­bil­der für die Ästhe­tik, die Kun­den heut­zu­ta­ge im Netz erwarten.

Mit der Ein­bin­dung von Social-Media-Kanä­len wie Face­book und Insta­gram kannst du dei­ne Reich­wei­te zu ver­grö­ßern. Das Ein­rich­ten einer Face­book – Sei­te bzw. eines Insta­gram-Accounts ist eben­falls schnell erle­digt und erfor­dert kei­ne Spezialkenntnisse.

Außer­dem soll­test du die Bedeu­tung des Namens nicht unter­schät­zen, denn der Name ist häu­fig das Ers­te, was poten­ti­el­le Kun­den sehen wer­den. Das gilt nicht nur beim Ver­kauf im Inter­net. Auch wenn du dir einen Stand auf dem Floh­markt suchst oder aber dei­ne Pro­duk­te bei Geschäf­ten in dei­nem Kiez lie­gen, brauchst du einen Namen mit Wie­der­erken­nungs­wert.

Im Ide­al­fall auch ein aus­sa­ge­kräf­ti­ges Logo. Schließ­lich muss man dich und dei­ne Mar­ke wie­der erken­nen — und natür­lich auch Kon­takt mit dir aufnehmen.

Willst du den Online-Ver­kauf ver­mei­den, dann brauchst du eben off­line eine gewis­se Regel­mä­ßig­keit, damit dei­ne Kun­den wis­sen, dass du jeden Sonn­tag am Stand 42 bist.

Basteln, Machen, Verkaufen

Den­ke dar­an, dass dein Mar­ke­ting in vie­len Fäl­len gar nicht auf­wän­dig sein muss. Es hängt von dei­nen Ambi­tio­nen ab, ob du ein­fach nur ein wenig Geld mit dem ver­die­nen willst, was du ger­ne tust oder aber dein Hob­by zum Beruf machen möchtest.

In jedem Fall gibt es heu­te mehr Wege denn je, dei­ne Do-It-Yourself-Arti­kel zu Geld zu machen. Es ist aber auch schwe­rer gewor­den, sich im Netz von der Kon­kur­renz abzuheben.

Wich­tig ist, dass du den Spaß an dei­ner Arbeit nicht ver­lierst, denn selbst­be­stimmt mit Selbst­ge­mach­ten Geld zu ver­die­nen, soll­te dich schließ­lich beflü­geln und nicht zur läs­ti­gen Pflicht werden.

(Bild­quel­le Arti­kel­an­fang: ©xxol­ga­xx /pixabay.com)