Seit Crowd­fun­ding in den Jah­ren 201011 in Deutsch­land ange­kom­men ist, sind in den letz­ten bei­den Jah­ren zahl­rei­che Crowd­fun­ding-Platt­for­men aus dem Boden geschossen.


Haupt­säch­lich fin­det man auf die­sen Platt­for­men krea­ti­ve Pro­jek­te aus dem Bereich Kunst, Musik, Film, Tech­no­lo­gie usw. Aber auch ande­re Spar­ten wie Wis­sen­schaft und Sport haben das Crowd­fun­ding für sich entdeckt.

In die­sem Arti­kel stel­le ich die wich­tigs­ten Crowd­fun­ding-Platt­for­men in Deutsch­land vor.

Crowdfunding für Kreative und Künstler

Start­next
www​.start​next​.de
Start­next ist die größ­te Crowd­fun­ding-Platt­form in Deutsch­land für Krea­ti­ve und Künst­ler. Seit der Grün­dung 2010 hat man schon über 1.000 Pro­jek­te mit gut 5 Mil­lio­nen Euro aus der Crowd finan­zie­ren können.

Im Augen­blick lau­fen auf Start­next 235 akti­ve Projekte.

pling
www​.pling​.de
Die Crowd­fun­dig-Com­mu­ni­ty Pling wur­de im Novem­ber 2010 gelauncht und bie­tet allen, die sich im Bereich Musik, Film, Thea­ter usw. selb­stän­dig machen wol­len, die Mög­lich­keit der Crowdfinanzierung.

Im Augen­blick fin­det man auf Pling nur been­de­te Pro­jek­te, die zum Teil ihre Finan­zie­rung schaff­ten, eini­ge aber auch nicht.

Visi­onBak­e­ry
www​.visi​onbak​e​ry​.de
Das jun­ge Team aus Leip­zig, das hin­ter Visi­onbak­e­ry steckt, hat die Crowd­fun­ding-Com­mu­ni­ty für Krea­ti­ve am 1. Novem­ber 2011 gestar­tet. Sie gilt als zweit­größ­te Crowd­fun­dig-Platt­form in Deutschland.

Im Moment lau­fen eini­ge akti­ve Pro­jek­te auf Visi­onbak­e­ry, sodass die Platt­form doch einen recht leben­di­gen Ein­druck hinterlässt.

FUNDSTERS
www​.fund​s​ters​.de
Die Platt­form Fund­s­ters ist eine Mischung aus Crowd­fun­ding- und Crowd­in­ves­ting-Platt­form. Sie wur­de im Novem­ber 2012 gestar­tet und bie­tet sowohl Pri­vat­in­ves­to­ren als auch Unter­neh­men die Mög­lich­keit, jun­ge Start-ups als auch Pro­jek­te von Krea­ti­ven zu finanzieren.

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Bei der Finan­zie­rung von jun­gen Unter­neh­men sind die Geld­ge­ber im Rah­men einer Eigen­ka­pi­tal­be­tei­li­gung am spä­te­ren Gewinn und Unter­neh­mens­wert des Start-ups betei­ligt (Crowd­in­ves­ting). Auf Fund­s­ters lau­fen recht gro­ße Pro­jek­te, was den Finan­zie­rungs­be­trag angeht.

Wäh­rend auf den ande­ren Platt­for­men sehr vie­le Pro­jekt­in­ha­ber für einen mitt­le­ren vier­stel­li­gen Betrag wer­ben, fin­det man auf Fund­s­ters Pro­jek­te bis zu 100.000 Euro Finanzierungsrahmen.

Crowdfunding für Wissenschaftler und Forscher

Sci­en­ce­star­ter
www​.sci​en​ce​star​ter​.de
Sci­en­ce­star­ter ist die ers­te Crowd­fun­ding-Com­mu­ni­ty für Wis­sen­schaft, Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­ti­on und For­schung. Vor allem Stu­den­ten und For­scher kön­nen sich hier ihre Pro­jek­te von der Crowd finan­zie­ren lassen.

Die Unter­stüt­zer wer­den in den For­schungs­pro­zess ein­be­zo­gen und erle­ben somit die Pro­jekt­rea­li­sie­rung live mit.

Sci­en­ce­star­ter wur­de tech­nisch umge­setzt durch die Start­next Net­work GmbH.

Noch sind nicht vie­le For­schungs­pro­jek­te am Start auf der Platt­form, im Augen­blick ist erst ein Pro­jekt aktiv und drei sind befin­den sich in der Startphase.

Crowdfunding für erneuerbare Energieprojekte

Crow​dE​ner​.gy
www​.crow​de​ner​.gy
Auf der Platt­form Crow​dE​ner​.gy kann man erneu­er­ba­re Ener­gie­pro­jek­te umset­zen, haupt­säch­lich Solar­an­la­gen- bzw. Pho­to­vol­ta­ik-Pro­jek­te. Crowd​Energ​.gy ist im ver­gan­ge­nen Jahr gegrün­det worden.

Noch sind nicht sehr vie­le Pro­jek­te auf der Platt­form eingestellt.

Crowdfunding für Bücher

100 FANS
www​.100​fans​.de
Die Platt­form 100FANS hat es sich zum Ziel gesetzt, Schrift­stel­ler und Leser zusam­men zu brin­gen. Hier ent­schei­den die Leser, wel­ches Pro­jekt letzt­end­lich zum Buch wird.

Jedes geplan­te Buch­pro­jekt braucht min­des­tens 100 Fans. Ist die­se Zahl erreicht, erhält der Autor einen Autoren­ver­trag. Das Buch erscheint dann als Print­werk oder als Ebook im Buch­han­del. Die 100 Fans haben schon zuvor das Buch in Form eines gedruck­ten Buches oder als digi­ta­le Aus­ga­be erhal­ten, als Dank für ihre Unterstützung.

Die Bücher auf 100FANS kön­nen aus dem fik­tio­na­len und aus dem Sach­buch­be­reich stammen.

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Crowdfunding für Sportvereine

fair­p­laid
www​.fair​p​laid​.org
Auf fair­p­laid kann man Sport­pro­jek­te wie die Finan­zie­rung von Tri­kots oder Sport­ge­rä­ten unterstützen.

Die­se Pro­jek­te sind meist im Low-Bud­get­be­reich ange­sie­delt, d. h. mit ein paar Hun­dert oder weni­gen Tau­send Euro las­sen sich die Pro­jek­te realisieren.

Auch die­se Crowd­fun­dig-Platt­form wur­de von der Start­next Net­work GmbH tech­nisch umgesetzt.

Städtische Crowdfundig-Plattformen

Dres­den Durchstarter
www​.dres​den​-durch​star​ter​.de
Eben­falls zum Start­next Net­work gehö­rend, wer­den auf Dres­den Durch­star­ter krea­ti­ve, künst­le­ri­sche und wis­sen­schaft­li­che Pro­jek­te aus Dres­den präsentiert.

Momen­tan lau­fen auf der Platt­form vier Pro­jek­te in der Finan­zie­rungs­pha­se, 41 wur­den schon erfolg­reich von der Crowd finan­ziert. Die meis­ten Pro­jek­te benö­ti­gen einen Finan­zie­rungs­rah­men von einem mitt­le­ren vier­stel­li­gen Betrag.

Nord­star­ter Hamburg
www​.nord​star​ter​.org
Und auch für die Han­se­stadt Ham­burg gibt es in Koope­ra­ti­on mit Start­next Net­work eine Crowd­fun­ding-Platt­form für Krea­ti­ve, Künst­ler und Erfin­der aus dem hohen Norden.

Bis­her erfolg­reich wur­den 63 Pro­jek­te abge­schlos­sen, d. h. finan­ziert, 11 akti­ve Pro­jek­te befin­den sich momen­tan in der Finan­zie­rungs­pha­se sowie 2 in der Startphase.

Fazit

Wie die­se Auf­lis­tung zeigt, gibt es in Deutsch­land schon sehr vie­le Crowd­fun­ding-Com­mu­nities, die sich vom krea­ti­ven und künst­le­ri­schen Bereich auch auf ande­re Spar­ten wie Wis­sen­schaft und Sport aus­ge­dehnt haben. Und auch eige­ne städ­ti­sche Crowd­fun­ding-Platt­for­men sind mitt­ler­wei­le am Laufen.

Den­noch ist wohl schon der Höhe­punkt der Crowd­fun­ding-Sei­ten erreicht: Wer sich genau auf den ein­zel­nen Com­mu­nities umschaut, wird fest­stel­len, dass da nicht gera­de vie­le Pro­jek­te lau­fen. Aus­nah­me ist Start­next, das über 200 aktu­el­le Pro­jek­te prä­sen­tie­ren kann.

Ver­wun­der­lich ist die Situa­ti­on nicht, schließ­lich ist Deutsch­land kein gro­ßes Land und so gra­ben sich die ein­zel­nen Com­mu­nities gegen­sei­tig das Was­ser ab. Außer­dem hat man mit der ame­ri­ka­ni­schen Crowd­fun­ding-Platt­form Kick­star­ter eine gro­ße Konkurrenz.

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Mit nur weni­gen Pro­jek­ten auf den Sei­ten wird es für die Betrei­ber der Platt­for­men sehr schwer, sich über die Pro­vi­sio­nen der Pro­jek­te zu finan­zie­ren, zumal vie­le Pro­jek­te mit einem klei­nen Betrag finan­ziert werden.

Aus die­sem Grund hat Start­next sich wohl ein neu­es Geschäfts­feld erschlos­sen und baut für städ­ti­sche und ande­re Anbie­ter (sie­he oben: Dres­den Durch­star­ter, Nord­star­ter, fair­p­laid und Sci­en­ce­star­ter) mit dem ent­spre­chen­den Know-how Crowdfunding-Plattformen.

Genau­so ver­kauft die Crowd­fun­ding-Com­mu­ni­ty pling ihre Platt­form-Soft­ware über crowd​fun​ding​whitel​a​bel​.com.

Wahr­schein­lich wird in der nächs­ten Zeit die eine oder ande­re Crowd­fun­ding-Com­mu­ni­ty schlie­ßen, denn eine Über­sät­ti­gung auf dem Markt ist nicht zu über­se­hen. Und es mag auch in eine Rich­tung der Spe­zia­li­sie­rung — bei­spiels­wei­se Crowd­fun­ding als Zusatz­in­stru­ment des Mar­ke­ting — gehen. Da kann man gespannt sein.