Dass eine Exis­tenz­grün­dung kein Kin­der­spiel ist, wis­sen vie­le. Auch dann nicht, wenn alles gut durch­dacht und geplant wur­de.


War­um vie­le Angst vor einer Exis­tenz­grün­dung haben oder zögern, sich selb­stän­dig zu machen, lässt sich mit der Gefahr des Schei­terns begrün­den.

Und tat­säch­lich besagt die Sta­tis­tik, dass ein Groß­teil der Exis­tenz­grün­der in den ers­ten Jah­ren der Selb­stän­dig­keit schei­tert.

Die Grün­de sind unter­schied­lich und viel­fäl­tig. Nach­fol­gend fin­den Sie die häu­figs­ten zehn Ursa­chen, war­um Exis­tenz­grün­der mit ihrer Unter­neh­mung kei­nen Erfolg haben.

1. Das Eigenkapital ist zu gering

Sie benö­ti­gen eine ent­spre­chen­de Eigen­ka­pi­tal­de­cke, um sich für die ers­ten Mona­te oder gut zwei Jah­re finan­zie­ren zu kön­nen: Ein­mal soll­ten Sie damit Ihren Lebens­un­ter­halt bestrei­ten und auch die nöti­gen Inves­ti­tio­nen täti­gen kön­nen, die Sie benö­ti­gen, um Ihre Selb­stän­dig­keit opti­mal gestal­ten zu kön­nen.

Vie­le Exis­tenz­grün­der besit­zen zu wenig Eigen­ka­pi­tal, sodass sie sehr schnell in eine finan­zi­el­le Schief­la­ge gera­ten. Auch wenn Sie einen Kre­dit auf­neh­men wol­len, will die Bank Sicher­hei­ten sehen, sonst wird es schwie­rig, Fremd­ka­pi­tal zu erhal­ten.

2. Der Businessplan ist nicht realistisch genug

Oft erkennt man in sei­nem Geschäfts­kon­zept nicht alle Risi­ken oder denkt sie voll­stän­dig nicht zu Ende. Zwar ver­sucht jeder, sei­nen Busi­ness­plan so opti­mis­tisch wie mög­lich zu for­mu­lie­ren, um auch bei den Ban­ken über­zeu­gen zu kön­nen. Den­noch soll­ten Sie auch ehr­lich genug zu sich sein, um rela­tiv schnell die Schwä­chen Ihres Kon­zep­tes zu erken­nen.

Es ist immer noch bes­ser, ein wahr­schein­lich nicht von Erfolg gekrön­tes Kon­zept fal­len zu las­sen oder umzu­ge­stal­ten, als es zu rea­li­sie­ren und zu schei­tern.

3. Die kaufmännischen Kenntnisse sind nicht ausreichend

Die meis­ten Exis­tenz­grün­der ver­fü­gen über kei­ne kauf­män­ni­sche Aus­bil­dung. Den­noch benö­tigt man sol­ches Wis­sen, um die betriebs­wirt­schaft­li­chen Zusam­men­hän­ge zu erken­nen, Prei­se rich­tig zu kal­ku­lie­ren und finan­zi­el­le Risi­ken zu erken­nen. Gera­de die Fix­kos­ten gera­ten schnell außer Kon­trol­le und stei­gen schnel­ler an als die Umsät­ze.

Daher soll­ten Sie bei­spiels­wei­se Lea­sing­ver­trä­ge oder Mie­ten erst genau durch­rech­nen, bevor Sie die Ver­trä­ge unter­schrei­ben.

4. Die Geschäftsidee wird überschätzt

Ob Ihre Geschäfts­idee auf dem Markt über­haupt taug­lich ist, kön­nen Sie wäh­rend der Pla­nung noch gar nicht genau wis­sen. Für den dau­er­haf­ten Unter­neh­mens­er­folg sind vor allem umfang­rei­che Wer­be­maß­nah­men von­nö­ten, um die Idee bekannt zu machen und um Kun­den zu gewin­nen. Außer­dem soll­ten Sie eini­ge Zeit an Vor­pla­nung mit ein­rech­nen, bis Ihr gan­zes Kon­zept ins Lau­fen kommt.

Gera­de die­ser Punkt lässt vie­le Exis­tenz­grün­der schei­tern, weil sie ihr Kon­zept über­schät­zen und ihm unrea­lis­tisch gute Chan­cen auf dem Markt zutrau­en. Doch viel­leicht gibt es schon genü­gend Kon­kur­renz, gegen die Sie sich durch­set­zen müs­sen, was die Erfolgs­wahr­schein­lich­keit erheb­lich schmä­lert.

5. Es wird zu knapp kalkuliert

Oft wird die Höhe des benö­tig­ten Kapi­tals unter­schätzt oder zu knapp kal­ku­liert. Benö­ti­gen Sie letzt­end­lich deut­lich mehr Fremd­ka­pi­tal als Sie ver­mu­tet haben, dann wird es schwie­rig, von den Ban­ken wei­te­re finan­zi­el­le Hil­fe ohne Sicher­hei­ten zu bekom­men.

Im schlimms­ten Fall kann Ihnen der Geld­hahn zuge­dreht wer­den und Sie sit­zen auf dem Tro­cke­nen. Daher soll­ten Sie den tat­säch­li­chen Finan­zie­rungs­be­darf von vor­ne­her­ein höher anset­zen als viel­leicht nötig.

6. Man überschätzt sich sehr schnell

In der ers­ten Eupho­rie geben vie­le Exis­tenz­grün­der zu viel Geld aus, weil sie mit Umsät­zen rech­nen, die sich dann doch nicht rea­li­sie­ren las­sen. Haben Sie dann zu sehr auf Pump gelebt, ver­schlech­tert sich Ihre finan­zi­el­le Situa­ti­on zuse­hends. Ach­ten Sie unbe­dingt auf Ihre Aus­ga­ben und stel­len Sie sol­che, die nicht unbe­dingt von­nö­ten sind, zurück.

7. Das familiäre Umfeld spielt nicht mit

Exis­tenz­grün­der haben eine hohe Arbeits­be­las­tung, gera­de in der Anfangs­zeit. Aber auch danach müs­sen mehr als die übli­chen acht Büro­stun­den pro Tag gear­bei­tet wer­den, um den Erfolg dau­er­haft zu machen. Um auch der Fami­lie gerecht zu wer­den und deren Unter­stüt­zung zu erhal­ten, soll­ten Sie Ihre Fami­li­en­mit­glie­der schon gleich mit in Ihre unter­neh­me­ri­schen Pla­nun­gen ein­bin­den, sodass alle die knap­pe Zeit für­ein­an­der bes­ser ver­kraf­ten kön­nen.

8. Es gibt Streit unter den Gründern

Grün­den Sie mit meh­re­ren Per­so­nen eine Gesell­schaft wie eine GmbH oder GbR, dann soll­ten zur Sicher­heit aller Betei­lig­ten die recht­li­chen Belan­ge von Anwäl­ten geprüft und Ver­trä­ge auf­ge­setzt wer­den. All­zu oft wer­den in der Anfangs­pha­se Zuge­ständ­nis­se an ande­re Mit­grün­der gemacht, die sich im Nach­hin­ein als gro­ße Hür­de her­aus­stel­len.

Rechts­strei­tig­kei­ten belas­ten die Gesell­schaft und sind oft der Anfang vom Ende der Exis­tenz­grün­dung. Bespre­chen Sie auch mög­lichst früh unter­neh­me­ri­sche Neu­aus­rich­tun­gen und Ziel­set­zun­gen, um Strei­tig­kei­ten und Kon­flik­te zu ver­mei­den.

9. Es fehlen neue Ideen

Auch wenn ein Geschäfts­kon­zept erfolg­reich gestar­tet ist, heißt das noch lan­ge nicht, dass dies immer so blei­ben wird. Die Märk­te unter­lie­gen schnel­len Ver­än­de­run­gen und so kann es sein, dass irgend­wann neue Ideen her­müs­sen, um gegen die Kon­kur­renz bestehen zu kön­nen. Gera­de wenn Sie nur ein Pro­dukt ver­trei­ben, ist die Gefahr groß, in Abhän­gig­kei­ten zu gera­ten, die sich nega­tiv ent­wi­ckeln.

Haben Sie dann kei­ne neu­en Ideen, wie Sie Ihr Geschäfts­mo­dell erwei­tern oder inno­va­ti­ver gestal­ten kön­nen, kann das das Aus für Sie bedeu­ten. Außer­dem soll­ten Sie immer dar­auf bedacht sein, Rück­la­gen zu bil­den, um finan­zi­el­le Durst­stre­cken zu über­ste­hen.

10. Weitere Ursachen

Auch wenn Sie ansons­ten alles bei Ihrer Exis­tenz­grün­dung rich­tig gemacht haben, kön­nen immer wie­der unvor­her­ge­se­he­ne Ereig­nis­se ein­tre­ten, die sich auf Ihr Unter­neh­men schlecht aus­wir­ken, bei­spiels­wei­se plötz­li­che Ände­run­gen im Kauf­ver­hal­ten oder neu­ar­ti­ge Trends, die Ihr Pro­dukt oder Ihre Dienst­leis­tung unin­ter­es­sant für den Markt wer­den las­sen.

Fazit

Jede Exis­tenz­grün­dung wird mit Gefah­ren behaf­tet sein, schei­tern zu kön­nen. Soll­ten Sie recht­zei­tig und schnell genug mög­li­che Risi­ken erken­nen und besei­ti­gen, sind Sie mit Ihrem Geschäfts­kon­zept schon in einer guten Posi­ti­on.

Das Rund­um-Sorg­los-Paket für Exis­tenz­grün­der gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Aus die­sem Grund soll­ten Sie auch eine gewis­se Risi­ko­be­reit­schaft für Ihr Unter­neh­men mit­brin­gen. Scheu­en Sie sich davor, soll­ten Sie sich über­le­gen, ob die Selb­stän­dig­keit für Sie die rich­ti­ge Ent­schei­dung ist.

Außer­dem soll­te man auch nicht all­zu viel Angst vor dem Schei­tern haben. Letzt­end­lich geht davon die Welt nicht unter und Sie haben die Mög­lich­keit, etwas Neu­es, viel­leicht Erfolg­rei­che­res umzu­set­zen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu erfolg­rei­chen Geschäfts­ideen erhal­ten Sie im kos­ten­lo­sen Geschäfts­ideen-Rat­ge­ber, den Sie per E‑Mail anfor­dern kön­nen.

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