Nachdem ich vor gut 10 Tagen mir das Borlabs-Cookie-Plugin zugelegt habe, kann ich nun Google Analytics als Opt-In relativ sicher auf meinem Blog einsetzen. Ich sage deshalb „relativ“, weil die Rechtssicherheit der DSVGO in einigen Punkten sehr vage ist und für einige Zeit auch bleiben wird.


Aus diesem Grund habe ich vor vier Wochen neben der Einbindung von Google Analytics ein Statistik-Plugin in meinem Blog integriert, das keine Cookies setzt und keine personenbezogenen Daten sammelt.

Statify

Es handelt sich dabei um Statify, das nach der Einführung der DSGVO von sehr vielen WordPress-Nutzern verwendet wird. Im offiziellen Pluginverzeichnis von WordPress stehen mehr als 100.000 aktive Installationen zu Buche.

Im Gegensatz zu Google Analytics, Matomo (ehemals Piwik) und WordPress Stats erfasst Statify nur Seitenaufrufe und keine Besucher und somit keine IP-Adressen, die als personenbezogene Daten gelten.

Viel lässt sich in dem Plugin nicht einstellen. Als Standard werden die erfassten Aufrufdaten 14 Tage gespeichert. Wer diesen Wert erhöhen will, kann das in den Einstellungen von Statify vornehmen.

Statify-Einstellungen

Bild: Statify-Einstellungen im WordPress-Dashboard

Darüber hinaus kann man die Anzahl der Einträge in der Bestenliste einstellen und festlegen, ob man die Gesamtdaten oder nur die Daten von heute im Dashboard sehen will.

Wer ein Caching-Plugin auf seiner Website einsetzt, sollte die Seitenzählung via JavaScript aktivieren, damit die genauen Seitenaufruf-Zahlen angezeigt werden. Ohne ein gesetztes Häkchen würde der Wert viel niedriger ausfallen.

Downloadlink: https://de.wordpress.org/plugins/statify/

Vorteile von Statify

Die Vorteile dieses Statistik-Plugins liegen klar auf der Hand.

  • Es lädt sehr schnell und braucht keine zusätzlichen Skripte.
  • Es verwendet keine Cookies, da es nur Aufrufe zählt und keine Besucher. Somit funktioniert es gemäß den Anforderungen der DSGVO.
  • Die gesammelten Daten zu den Aufrufen können automatisch nach einem bestimmten Zeitraum gelöscht werden.
  • Die Auswertungsmöglichkeiten bleiben übersichtlich.
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Nachteile von Statify

  • Die wenigen Daten sind aber auch nachteilig. Es lässt sich nichts Weiteres auswerten, z. B. aus welchen Ländern die Blogbesucher kommen, welche Aktionen die User auf dem Blog durchführen, wie lange die Verweildauer der Besucher ist etc.
  • Es liegen keine Daten zu den Blogbesuchern vor.
  • Mit dem Plugin Statify – Erweiterte Auswertung stehen dir mehr Zahlen zur Verfügung. Die Standard-Anzeige gibt nicht viel her.
  • In der Pluginbeschreibung steht, dass sich die Datenbank vergrößert, wenn man die Daten über einen langen Zeitraum speichern will. Wer es sich zutraut, kann die Statify-Tabelle in der Datenbank regelmäßig leeren.

Wie verlässlich ist Statify?

Hier kann ich nur meine Erfahrungswerte beschreiben. Ich habe das Plugin vor allem deshalb installiert, um die Seitenaufruf-Zahlen von Statify und Google Analytics zu vergleichen und um zu sehen, wie groß die Abweichungen sind.

Nach vier Wochen kann ich feststellen:

Bei Statify gab an drei Tagen riesengroße Ausreißer: Eine Seitenaufrufzahl von über 15.000, die sich an keinen anderen Tagen in Statify mehr wiederholte, in Google Analytics bestätigten sich diese Ausreißer nicht. Was da falsch lief, weiß ich nicht. Vielleicht gab es über diesen Zeitraum einen Botangriff.

Meine Seitenaufrufe in Statify liegen durchschnittlich ca. 50 Prozent höher als bei Google Analytics. Woran könnte das liegen? Vielleicht nutzen die User bestimmte Browser-Erweiterungen, die JavaScript blockieren (sodass ihr Besuch von Google Analytics nicht erfasst wird) oder Google Analytics erkennt Bots, was dieses Plugin möglicherweise nicht kann.

Ich habe Statify auch noch auf einer anderen Website in Betrieb und da sieht es mit den Seitenaufrufzahlen ähnlich aus: Bei Statify werden dort ca. 40 bis 50 Prozent mehr Aufrufe erfasst.

Ist Statify eine Alternative für Google Analytics?

Noch nutze ich Google Analytics. Folgt eine Verschärfung in den Datenschutzbestimmungen mit der ePrivacy Verordnung im nächsten Jahr, was man wohl vermuten kann, werde ich sehen, wie es weitergeht.

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Ein gleichwertiges Statistik-Tool ist Statify bei weitem nicht. Dafür werden einfach zu wenig Daten geliefert.

Andererseits braucht man für manche Websites oder Blogs auch nicht mehr, denn von Interesse sind bei vielen Bloggern die Seitenaufrufe pro Tag und welche Blogartikel am meisten gelesen werden. Diese Daten sowie die wichtigsten Trafficquellen liefert Statify.

Wer tiefgehendere Nutzer-Analysen und Auswertungen für größere Webprojekte vornehmen will, wird Google Analytics den Vorzug geben, denn nur mit genauen Zahlen lassen sich zielgerichtete Optimierungen wie z. B. Verbesserung der Verweildauer und Verringerung der Absprungrate vornehmen.

Auch wer VG Wort in seinem Blog nutzt, kommt mit Statify nicht weit, denn da dieser Service nur die deutschen Besucher in seine Auswertung aufnimmt, sollte man als Blogger bei der Auswahl der Blogartikel, die bei VG Wort gemeldet werden, wissen, wie viele Artikelaufrufe aus Deutschland kommen. Nur so kann man einschätzen, welche Beiträge die nötige jährliche Aufrufzahl erreichen, um schließlich vergütet zu werden.

Für Websites, die hobbymäßig oder nebenberuflich betrieben werden, dürfte Statify ausreichen. Zumindest kann man das Plugin für eine Zeit testen und überprüfen, ob man mit den spärlichen Daten zurechtkommt.

Statify-Erweiterungen

Um die Statify-Anzeige zu optimieren, gibt es ein paar hilfreiche Plugins, die du dir zusätzlich zu Statify installieren kannst.

Statify – Erweiterte Auswertung

Das Plugin (das ich auch nutze) liefert weitere Daten, die für einen Website-Betreiber eindeutig mehr Einblicke bringen. Im Dashboard findest du nach der Installation einen eigenen Punkt „Statify“ in der linken Seitennavigation.

Die erweiterte Auswertung zeigt an:

  • Die Seitenaufrufe pro Jahr, Monat oder Tag
  • die beliebtesten Inhalte
  • die Seitenaufrufe pro Beitrag/statische Seite
  • die Seitenaufrufe pro verweisende Domain

Die Auswertungen, die als Tabellen und Säulendiagramme einsehbar sind, können als CSV-Daten heruntergeladen und in einem Tabellenkalkulationsprogramm wie MS Excel oder Calc von LibreOffice geöffnet und analysiert werden.

Statify-Erweiterte-Auswertung

Bild: Die beliebtesten Blogbeiträge vom 1. Bis 4. September 2019

Downloadlink: https://de.wordpress.org/plugins/extended-evaluation-for-statify/

Statify Widget

Mit diesem Plugin kann man ein Widget in die Seitenleiste integrieren, das die beliebtesten Artikel anzeigt. Viele Blogbesucher sind an den populärsten und meistbesuchten Beiträgen durchaus interessiert, sodass man mit dem Widget einen Mehrwert für seine Besucher bietet.

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Downloadlink: https://de.wordpress.org/plugins/statify-widget/

Beitrags- und Benutzerstatistiken

Dieses Plugin zeigt detailliertere Statistiken zum Blog- oder Website-Inhalt an, wie z. B. wie viele Beiträge ein Autor verfasst hat oder wie viele Kommentare an einem bestimmten Datum eingegangen sind, wie viele Benutzer es je Rolle und Zeitverlauf gibt etc.

Diese Auswertungsmöglichkeiten finde ich nicht sonderlich nützlich, gerade Blogs mit einem/r Autor/in und einem User benötigen dieses Plugin nicht.

Downloadlink: https://de.wordpress.org/plugins/posts-and-users-stats/

Statify Blacklist

Mit Statify Blacklist (nutze ich ebenfalls) lässt sich Referrer Spam blockieren, sodass die Statify-Statistiken aussagekräftiger werden. Du kannst mithilfe des Plugins eine Blacklist mit Seiten anlegen, die vom Tracking ausgenommen werden.

Das gilt nicht nur für externe Seiten, sondern auch interne Seiten bzw. Beiträge kannst du somit aus den Statistiken entfernen.

Downloadlink: https://de.wordpress.org/plugins/statify-blacklist/

Fazit

Wer sich mit den Funktionen von Google Analytics überfordert fühlt, nur wenige Zahlen für seine Auswertung benötigt und auch datenschutzrechtlich auf der sicheren Seite sein will, wird mit Statify zufrieden sein.

Gerade für kleine Internetauftritte und Hobbywebsites braucht man nicht mehr. Für große Businessprojekte kann Statify Google Analytics und anderen professionellen Auswertungstools nicht das Wasser reichen.

Auch ich will noch nicht auf Google Analytics verzichten und verwende es vorerst weiter auf meinem Hauptblog.