Wer mit sei­nem Blog Geld ver­die­nen will und ihn nicht nur als rei­nes Hob­by betreibt, muss Zah­len erfas­sen, wie u. a. Besu­cher­zah­len, Sei­ten­auf­ru­fe, Ver­weil­dau­er etc., denn nur was du mes­sen kannst, kannst du ana­ly­sie­ren und opti­mie­ren.



Als ich mei­nen Blog vor ein paar Jah­ren gestar­tet habe, habe ich mich in den ers­ten bei­den Jah­ren um Page Visits, Uni­que Visits und sol­che Begriff­lich­kei­ten über­haupt nicht geschert und somit wich­ti­ge Zeit für das Wachs­tum mei­nes Blogs ver­schwen­det.

Das soll­te dir nicht pas­sie­ren, wenn du dei­nen Blog­traf­fic kon­ti­nu­ier­lich stei­gern willst.

Analysetools für die Auswertung

Um an die wich­ti­gen Traf­fic-Kenn­zah­len zu gelan­gen, benö­tigst du ein Ana­ly­se­tool. Ich selbst set­ze Goog­le Ana­ly­tics ein, da es kos­ten­los ist und recht zuver­läs­si­ge Zah­len lie­fert.

Wer aus daten­schutz­recht­li­chen Grün­den Beden­ken gegen den Ein­satz von Goog­le Ana­ly­tics hat, kann die Open-Source-Alter­na­ti­ve Matomo (ehe­mals Piwik) ver­wen­den. Die­se Soft­ware-Lösung wird auf dem eige­nen Ser­ver instal­liert, basiert auf PHP und benö­tigt eine MyS­QL-Daten­bank.

Auch wenn der Auf­wand für die Nut­zung von Matomo anfäng­lich höher ist als bei Goog­le Ana­ly­tics, lohnt sich für vie­le Selb­stän­di­ge und Unter­neh­men die­ser Web-Ana­ly­se-Dienst, da er den Daten­schutz­vor­schrif­ten der EU ent­spricht.

Um Goog­le Ana­ly­tics rechts­si­cher zu ver­wen­den, muss ein­mal in der Daten­schutz­er­klä­rung auf die Ver­wen­dung von die­sem Dienst hin­ge­wie­sen wer­den und es soll­te ein Link für die Deak­ti­vie­rung des Ser­vices gesetzt sein. Außer­dem soll­te für die Daten­er­fas­sung die IP anony­mi­siert wer­den. Zu guter Letzt soll­test du auch noch einen AV-Ver­trag mit Goog­le abschlie­ßen, was mitt­ler­wei­le bequem online über die Kon­to­ver­wal­tung von Goog­le Ana­ly­tics geht.

Damit die Besu­cher­zah­len für dei­nen Blog von Goog­le Ana­ly­tics erfasst wer­den, musst du einen Code-Schnip­sel in den Head-Tag dei­ner Web­site ein­bin­den oder du nutzt ein Plugin für Goog­le Ana­ly­tics, damit lässt sich die Ver­bin­dung noch ein­fa­cher her­stel­len.

Um die ers­ten ver­läss­li­chen Zah­len zu erhal­ten, soll­test du Goog­le Ana­ly­tics zumin­dest eine, bes­ser zwei Wochen ein­ge­bun­den haben.

Nun zu den wich­tigs­ten Traf­fic-KPI für dei­nen Blog.

Die wichtigsten Kennzahlen (KPI) für deine Blog-Analyse

Bild: Unter Ziel­grup­pen­über­sicht in Goog­le Ana­ly­tics kommst du zu den wich­tigs­ten Traf­fic-Kenn­zah­len.

Unique Visitors bzw. Nutzer

Die Anzahl der Uni­que Visi­tors, also der ein­zig­ar­ti­gen Besu­cher, kannst du als eine recht aus­sa­ge­kräf­ti­ge Traf­fic-Kenn­zahl ein­ord­nen. Hin­ter die­ser Zahl ste­cken die Besu­cher, die du mit dei­nem Blog wirk­lich erreichst. Um die­se Besu­cher zu ermit­teln, setzt Goog­le Coo­kies ein, über die ein User ein­deu­tig iden­ti­fi­ziert wer­den kann.

Hun­dert­pro­zen­tig genau fällt die Nut­zer­zahl wegen sta­tis­ti­scher Unge­nau­ig­kei­ten nicht aus, so nut­zen vie­le User Anony­mi­sie­rungs­tools, sodass sie bei jedem Sei­ten­auf­ruf eine neue IP-Adres­se erhal­ten oder sie deak­ti­vie­ren Goog­le Ana­ly­tics. Außer­dem kann ein Rech­ner von meh­re­ren Usern ver­wen­det wer­den, die aller­dings als ein ein­zi­ger Visi­tor zäh­len.

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Den­noch bleibt die Nut­zer-Zahl für die Traf­fic-Ana­ly­se ein nütz­li­cher und wich­ti­ger KPI.

Wird ein Nut­zer zum ers­ten Mal als Besu­cher dei­ner Web­site oder dei­nes Blogs erfasst, dann ist er ein neu­er Nut­zer, bei wei­te­ren Besu­chen wird er als wie­der­keh­ren­der Nut­zer ein­ge­stuft (das Ver­hält­nis neu­er Nut­zer – wie­der­keh­ren­der Nut­zer wird im Kuchen­dia­gramm unter­halb der Ziel­grup­pen­über­sicht bei Goog­le Ana­ly­tics ange­zeigt).

Visits bzw. Sitzungen

Bei den Sit­zun­gen wer­den alle ein­zeln auf­ge­ru­fe­nen Sei­ten inner­halb einer Sit­zung eines Besu­chers zusam­men­ge­fasst.

Besucht der User am fol­gen­den Tag die Web­site oder den Blog erneut, beginnt eine neue Sit­zung bzw. ein neu­er Visit. Über die­se Kenn­zahl kannst du dei­ne wie­der­keh­ren­den Besu­cher iden­ti­fi­zie­ren, in Goog­le Ana­ly­tics fin­dest du neben der Visits-Zahl noch die Anzahl der Sit­zun­gen pro Nut­zer. Liegt die­se höher als 1, kom­men eini­ge Besu­cher regel­mä­ßig auf dei­nen Blog, was als posi­ti­ves Zei­chen gewer­tet wer­den kann.

Page Impressions bzw. Seitenaufrufe

Bei den Page Impres­si­ons oder Sei­ten­auf­ru­fen wird jede ein­zeln auf­ge­ru­fe­ne Sei­te gezählt. In den meis­ten Fäl­len bedeu­tet eine hohe Page-Impres­si­ons­zahl, dass der Blog bei bestimm­ten Bei­trä­gen in Goog­le gut rankt und die User beim Blog­be­such nicht nur eine Sei­te auf­ru­fen, son­dern meh­re­re.

Im schlech­tes­ten Fall kann die­se Zahl auch so gedeu­tet wer­den, dass die User die gewünsch­ten Infor­ma­tio­nen nicht fin­den und folg­li­cher­wei­se wahl­los vie­le Sei­ten öff­nen. Daher soll­test du die Sei­ten­auf­ru­fe nie iso­liert betrach­ten, son­dern in Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Kenn­zah­len, wie z. B. der Ver­weil­dau­er, damit du sie rich­tig bewer­ten kannst.

Seiten pro Sitzung

Je höher die­se Zahl ist, des­to bes­ser. Denn je mehr Sei­ten bzw. Bei­trä­ge User wäh­rend einer Sit­zung auf dei­nem Blog auf­ru­fen, des­to län­ger ver­wei­len sie auf dem Blog, was als gutes Indiz gewer­tet wer­den kann. Denn schließ­lich bringt es nicht viel für die qua­li­ta­ti­ve Blog­be­wer­tung von Goog­le, wenn die Besu­cher gleich nach dem ers­ten Sei­ten­be­such die Web­site wie­der ver­las­sen.

Bei mir ist die­se Zahl von 1,1 in den ver­gan­ge­nen Mona­ten ste­tig gestie­gen und sie liegt jetzt bei 2,05. Damit stieg auch die durch­schnitt­li­che Sit­zungs­dau­er auf gut eine Minu­te, die Absprung­ra­te ging wei­ter zurück, vor einem Jahr lag sie noch bei ca. 80 Pro­zent.

Ein nied­ri­ger Wert muss aber nicht unbe­dingt nega­tiv zu bewer­ten sein, denn es kann auch sein, dass dein Blog über vie­le Stamm­le­ser ver­fügt, die nur den neu­es­ten Bei­trag lesen und dann wie­der den Blog ver­las­sen. Um die­se Zahl exak­ter aus­wer­ten zu kön­nen, soll­test du den Wert Sei­ten pro Sit­zung für neue Nut­zer ein­se­hen. Ist die­ser nied­rig, soll­test du ver­su­chen, dei­ne Besu­cher län­ger auf der Web­site zu hal­ten.

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So kön­nen unter­halb des jewei­li­gen Bei­trags ähn­li­che Arti­kel ange­zeigt wer­den, die für den User von Inter­es­se sein könn­ten. Ich ver­wen­de auf mei­nem Blog zusätz­lich das Inli­ne Rela­ted Posts Plugin, das inner­halb des Arti­kels ver­wand­te oder ähn­li­che Bei­trä­ge als auf­fal­len­de Ver­lin­kun­gen ein­blen­det. Die­se Dar­stel­lung kann noch effek­ti­ver sein als die Auf­lis­tung von ähn­li­chen Bei­trä­gen am Ende des Arti­kels, weil sie im Lese­fluss des Users steht und damit mehr auf­fällt.

Ein­deu­ti­ge Sei­ten­ru­fe wer­den so gezählt: Ruft ein User wäh­rend einer Sit­zung Sei­te x fünf­mal auf und Sei­te y drei­mal, kom­men ins­ge­samt acht Sei­ten­auf­ru­fe zusam­men, ein­deu­ti­ge aller­dings nur zwei.

Durchschnittliche Sitzungsdauer

Die­se Zahl gibt die durch­schnitt­li­che Zeit­span­ne an, die ein User auf einer Sei­te ver­bringt. Liegt der Wert recht hoch, bei einer Minu­te oder noch län­ger, kannst du dies als wich­ti­gen Qua­li­täts­fak­tor ein­stu­fen, der von Goog­le auch hoch bewer­tet wird. Denn wenn vie­le User regel­mä­ßig lan­ge auf der Sei­te ver­wei­len, muss die Web­site oder der Blog wert­vol­len und inter­es­san­ten Con­tent bie­ten.

Absprungrate

Die Absprung­ra­te zeigt auf, wie vie­le User sich nur eine Sei­te auf dem Blog anse­hen und danach wie­der ver­schwin­den.

Die­ser Pro­zent­wert kann – auch wenn er hoch liegt – nicht unbe­dingt als nega­tiv ein­ge­stuft wer­den, denn gera­de Stamm­le­ser blei­ben oft nur für einen Arti­kel auf dem Blog. Den­noch soll­test du dir als Ziel set­zen, die Absprung­ra­te kon­ti­nu­ier­lich zu sen­ken, indem du dem User ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten zum län­ge­ren Ver­wei­len anbie­test, sei es wei­ter­füh­ren­de Links, ähn­li­che Bei­trä­ge, Vide­os und/​oder Pod­casts, eine Suche-Funk­ti­on, eine Sei­ten­leis­te mit inter­es­san­ten Infor­ma­tio­nen etc.

Soweit zu den wich­tigs­ten Traf­fic-Kenn­zah­len auf Goog­le Ana­ly­tics. Doch es gibt noch wei­te­re inter­es­san­te Ein­sich­ten des Web-Ana­ly­se-Tools, so z. B. die Traf­fic-Quel­len.

Traffic-Quellen

Bei den Traf­fic-Quel­len unter­schei­det Goog­le zwi­schen den unter­schied­li­chen Her­kunfts­we­gen, von denen die Besu­cher auf dei­nen Blog kom­men.

  • Orga­nic Search: Besu­cher kom­men über die orga­ni­sche Suche von Goog­le, Bing oder ande­ren Such­ma­schi­nen auf dei­nen Blog.
  • Direct: Besu­cher gelan­gen über die URL-Ein­ga­be des Blogs in die Brow­s­er­zei­le zu dei­nem Blog. Dabei han­delt es sich meist um Stammleser/​innen.
  • Refer­ral: Besu­cher kom­men über einen Link auf einer ande­ren Web­site auf dei­nen Blog. Liegt die­se Zahl hoch, zeugt dies von einem sehr guten Backlin­kauf­bau.
  • Social: Besu­cher kom­men über Social Media (wie Face­book, Twit­ter, Insta­gram, Pin­te­rest usw.) zu dei­nem Blog.
  • E‑Mail: Besu­cher kom­men über Links in E‑Mails, z. B. in News­let­tern, auf dei­nen Blog.
  • Sons­ti­ges: Besu­cher kom­men über ande­re Quel­len, z. B. den RSS-Feed, auf den Blog.
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Bei mir kom­men die meis­ten Besu­cher über die orga­ni­sche Suche, Backlinks habe ich ein­deu­tig zu wenig, da Refer­ral bei der Gra­fik oben kaum eine Rol­le spielt, auch Social Media ist noch zu schwach ver­tre­ten, da war­tet also noch Arbeit auf mich.

Wer bei Social Media einen hohen Wert hat, kann unter Akqui­si­ti­on -> Social Media eine genaue­re Aus­wer­tung der ein­zel­nen sozia­len Netz­wer­ke und deren Traf­fic-Gene­rie­rung ein­se­hen.

Welche Inhalte werden am meisten gelesen

Die­se Auf­lis­tung der am meis­ten besuch­ten Blog­ar­ti­kel hat mit einem KPI nicht viel zu tun, den­noch gibt die Auf­füh­rung einen sehr guten Ein­blick, wel­che Bei­trä­ge auf dei­nem Blog am belieb­tes­ten sind.

Eine umfang­rei­che Con­tent-Lis­te fin­dest du unter Ver­hal­ten -> Web­site­con­tent -> Alle Sei­ten. Die­se Ansicht soll­test du dir näher anschau­en, um mög­li­cher­wei­se wei­te­re Arti­kel­the­men rund um die popu­lärs­ten Blog­bei­trä­ge zu fin­den, was die Besu­cher­zahl wei­ter nach oben trei­ben kann.

Ach­te bei der Aus­wer­tung dar­auf, wie alt die Beträ­ge sind, älte­re haben natür­lich mehr Auf­ru­fe als noch recht jun­ge Arti­kel.

Ver­fügst du über eine attrak­ti­ve Besu­cher­zahl dei­nes Blogs und du willst VG Wort als wei­te­re Mone­ta­ri­sie­rungs­mög­lich­keit nut­zen, fin­dest du in die­sem Goog­le-Ana­ly­tics-Bereich die Arti­kel, die über die erfor­der­li­che Besu­cher­zahl für die VG-Wort-Ver­gü­tung ver­fü­gen. Set­ze dafür einen Fil­ter, der dir nur die deutsch­spra­chi­gen User anzeigt, denn VG Wort zählt nur die Blog­be­su­cher aus Deutsch­land.

Fazit

Für Blog­ger spie­len die Traf­fic-KPI oder ‑Kenn­zah­len für die Aus­wer­tung und Opti­mie­rung ihres Blogs eine wich­ti­ge Rol­le. Ohne ein ent­spre­chen­des Tool las­sen sich sol­che Wer­te kaum oder über­haupt nicht erfas­sen.

Auch wenn Goog­le Ana­ly­tics für den Anfang über­wäl­ti­gen­de Funk­tio­na­li­tä­ten bie­tet und so man­chen Blog­ger über­for­dert, emp­feh­le ich gleich schon beim Blog­start ein Ana­ly­se­tool zu ver­wen­den, ein­mal weil man sich auf die­se Art schnell ver­traut macht mit den Zah­len und Tool­funk­tio­nen und durch geziel­te und regel­mä­ßi­ge Aus­wer­tun­gen den Blog schnel­ler opti­mie­ren und damit auf die Erfolgs­spur brin­gen kann.