Gewerbeanmeldung – Für welche Tätigkeiten ist das Pflicht?

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Gewerbeanmeldung – Für welche Tätigkeiten ist das Pflicht?

So manche, die sich im Internet einen kleinen Nebenverdienst erwirtschaften, werden oft gar nicht daran denken, dass sie eventuell auch für solche Tätigkeiten ein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt anmelden müssen.

Denn grundsätzlich gilt, dass jeder in Deutschland, der ein Gewerbe betreiben will, auch ein Gewerbe anmelden muss, um den benötigten Gewerbeschein zu erhalten.

Ein Gewerbe wird folgendermaßen definiert: Gewerbe ist grundsätzlich jede wirtschaftliche Tätigkeit (Verkauf von Dienstleistungen oder Waren), die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf Dauer mit der Absicht zur Gewinnerzielung betrieben wird.

Für einige Berufsgruppen gibt es allerdings keine Gewerbescheinpflicht.

Befreit von der Gewerbeanmeldung – die Freien Berufe

Die sogenannten Freien Berufe und freiberufliche Tätigkeiten benötigen keinen Gewerbeschein. Zu diesen Berufen gehören Ärzte, Zahnärzte und weitere Heilberufe wie Heilpraktiker, selbständige Hebammen sowie Krankenpfleger, Tierärzte, Rechts- und Patentanwälte, Notare, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer, Programmierer, Steuerbevollmächtigte, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer und Lotsen.

Meistens sind es Berufe, für die eine hochqualifizierte Ausbildung, vorzugsweise ein Studium, erforderlich ist, oder in deren Zentrum die geistige bzw. schöpferische Arbeit steht.

Auch land- und forstwirtschaftliche Berufe sind von der Gewerbeanmeldungspflicht befreit.

Gewerbeanmeldung für Nebenjobs nötig?

Sobald Sie eine gewerbliche Tätigkeit ausführen, müssen Sie ein Gewerbe anmelden. Das heißt auch für den privaten Blogger, wenn er auf seiner Website Werbeanzeigen einbaut (wie z. B. Google Adsense), um Einnahmen zu erzielen, dass er ein Gewerbe anmelden muss. Denn es liegt eine eindeutige Gewinnerzielungsabsicht vor.

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Daher ist es auch nicht notwendig, dass Sie erst tatsächliche Einnahmen erzielen müssen, die Absicht allein reicht aus. Auch die für das Bloggen eingesetzte Zeit ist unwesentlich, d. h. für die Gewerbeanmeldungspflicht gibt es keine festgesetzten Mindestarbeitsstunden. So reichen eine oder zwei Stunden pro Woche Bloggertätigkeit schon aus, um als Gewerbetreibender festgelegt zu werden.

Nur solange Sie mit Ihrer privaten Website oder Ihrem Blog keine Einnahmen erreichen wollen, gelten Sie auch nicht als Gewerbetreibender.

Auch das regelmäßige Verkaufen von Waren auf ebay  – und wenn es sich nur um private Gegenstände handelt  – wird als gewerbliche Tätigkeit eingestuft. Dazu liegt ein Gerichtsbeschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt vor.

Folgen einer fehlenden Gewerbeanmeldung

Sobald Ihr Finanzamt von Ihren Einnahmen erfährt oder Sie die Einnahmen nicht in Ihrer Steuererklärung geltend machen, wird Ihr Handeln als Steuerhinterziehung eingestuft. Neben Steuernachzahlungen droht dann auch noch eine Geldstrafe.

Gewerbeanmeldung unkompliziert

Die Anmeldung beim Gewerbeamt der jeweiligen Stadt oder Kommune verläuft unkompliziert und oft in weniger als einer halben Stunde. Die Kosten für die Gewerbeanmeldung belaufen sich je nach Gemeinde zwischen ca. 15 und 60 €.

In dem auszufüllenden Formular müssen Sie Angaben zu Ihrer Person, zum Betrieb, den möglichen Niederlassungen und Firmenadressen sowie dem Beginn der Tätigkeit machen. Das Finanzamt und die Berufsgenossenschaft werden anschließend vom Gewerbeamt über Ihre Gewerbeanmeldung informiert.

Wichtige Links zum Thema „Gewerbe anmelden“:

Viel Erfolg beim Anmelden Ihres Gewerbes!

(Bildquelle Artikelanfang: © sp4764 #67150324/Fotolia.com)

2017-01-04T11:23:48+00:00 23. August 2010|Kategorien: Sonstiges, Tipps/Infos|Tags: , |4 Kommentare

Über den Autor:

Auf meinem Geld-online-Blog schreibe ich über alle Themenbereiche, die die Selbständigkeit online sowie erfolgreiches Arbeiten und Geldverdienen im Internet betreffen.

4 Kommentare

  1. Norbert 21. Februar 2011 um 12:15 Uhr

    Die Gewerbeanmeldung ist tatsächlich unkompliziert. Ich würde einfach vorher beim Gewerbeamt anrufen und nen Termin vereinbaren sowie die notwendigen Unterlagen erfragen. Dann können Sie gut vorbereitet den „letzten Schritt“ wagen und den Termin beim Gewerbeamt reibungslos abwickeln.

  2. Jürgen Schnick 23. August 2011 um 11:42 Uhr

    Ich finde das ist ein sehr gut gelungener Artikel über ein Thema, das viele Leute bei der Absicht, online Geld zu verdienen, zu leicht aus den Augen verlieren. Ich selber habe schon seit Beginn meiner „Karriere“ im Web ein Gewerbe, was ja durchaus auch ein paar Vorteile haben kann (so kann man beim Kauf von Download-Produkten im Ausland die Steuer sparen, bekommt einen Einkaufsausweis für die METRO u.ä.

    Interessant finde ich die Ausnahmen von der Anmeldepflicht. Bin ich als Blogger nicht auch Journalist oder Berater? Wenn ich also nur durch das Schreiben von Texten und durch Beratung Geld verdiene, keine Werbung auf meinem Blog schalte – muss ich mich dann auch anmelden?

    Jürgen Schnick

  3. Susanne Braun 23. August 2011 um 12:17 Uhr

    Hallo Jürgen,

    das ist eine gute Frage. Ich habe mich zu diesem Thema “ Ist Blogger nicht eine freiberufliche Tätigkeit“ mal umgeschaut und habe damals einen Artikel auf einem Blog gefunden: Bloggen ohne Gewerbeanmeldung – rechtliche Betrachtung. Als Blogger steht man da zwischen zwei Stühlen: Schreibe ich nur Artikel ohne Werbeschaltung von Google Adsense usw. auf meinem Blog, bin ich wohl freiberuflich tätig. Schalte ich Werbung, sollte ich die Gewerbeanmeldung in Betracht ziehen. Kommt aber auch darauf an, wie viel Werbeeinnahmen ich erziele. Bei 30 bis 50 Euro Monatseinnahmen würde ich kein Gewerbe anmelden.

  4. […] einem älteren Artikel bin ich schon mal auf die Abgrenzung von Gewerbetreibenden und Freiberuflern […]

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