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Amazon Partnerprogramm: Korrekte Rechnungen an Amazon erstellen

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Amazon Partnerprogramm: Korrekte Rechnungen an Amazon erstellen

Wer schon Affiliate-Einnahmen bei Amazon erzielt und ausgezahlt bekommen hat, der wird feststellen, dass Amazon einfach nur eine Mail verschickt, in der die Auszahlung über einen bestimmten Betrag bestätigt wird.

Eine ordnungsgemäße Rechnung oder Gutschrift erhalten die Amazon-Publisher allerdings nicht. Das ist schon etwas seltsam, wenn man bedenkt, was für ein Global Player dieses riesige Unternehmen ist. Andere Affiliate-Programme wie beispielsweise finanzen.de sind in dieser Beziehung deutlich professioneller. Aber ok, daran lässt sich nun mal nichts ändern.

Es kann sein, dass diese Abrechnungsmails nicht vom Steuerberater oder dem Finanzamt beanstandet werden, aber falls doch, muss man handeln, damit man nicht unnötig Umsatzsteuer zahlen muss.

Wenn es nun passieren sollte, dass das Finanzamt die Abrechnungsmails nicht als formal korrekte Gutschrift anerkennt, dann sollten Sie eine Proforma-Rechnung an Amazon schreiben (die Sie natürlich nicht an das Unternehmen schicken müssen), um die Einnahmen ordnungsgemäß abzurechnen.

Teilnahmevoraussetzung am Amazon Partnerprogramm: Gewerbeanmeldung

Wer an dem Partnerprogramm von Amazon teilnehmen will, muss ein Gewerbetreibender sein, also keine Privatperson. Außerdem muss man eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer besitzen, die man sogar online beantragen kann.

Da Amazon seinen Sitz in Luxemburg hat, fällt auf die Auszahlungen keine Umsatzsteuer an, die man ans Finanzamt abführen müsste.

Um nun das Finanzamt zufrieden zu stellen, ist es wichtig, alle notwendigen Angaben in die selbst ausgestellte Rechnung an Amazon einzufügen. Sonst kann es passieren, dass das Finanzamt den Netto-Betrag als Brutto ansieht und einem Umsatzsteuer abzieht, was natürlich den Verdienst verringert.

Aufbau der Proforma-Rechnung an Amazon

Wegen des Unternehmenssitzes im EU-Ausland gilt für die Rechnungserstellung das Reverse-Charge-Verfahren, was bedeutet, dass die Steuerschuld an den Leistungsempfänger (in unserem Beispiel an Amazon) übertragen wird.

Lesen  Kostenlose Amazon-Plugins für Publisher

Wichtige Elemente der Rechnung

1. Adresse von Amazon (steht auch in der Abrechnungsmail drin)
Amazon EU Sarl
5 Rue Plaetis
L-2338 Luxembourg
Luxembourg

2. Umsatzsteuer-ID von Amazon (steht auch in der Abrechnungsmail drin)
LU20260743

3. Die eigene Umsatzsteuer-ID (steht bei mir in meinen Kontaktdaten im Rechnungskopf)

4. Der Nettobetrag
Unter den Netto-Betrag meiner Rechnung füge ich auch noch folgende Zeile ein:
MWSt. (steuerfrei gem. § 4 Nr. 1b UStG; § 6a UStG):                  0,00 €

Sie ist allerdings nicht Pflicht, wenn man am Ende der Rechnung explicit auf das Reverse-Charge-Verfahren hinweist.

5. Hinweis auf das Reverse-Charge-Verfahren

Hierbei handelt es sich um eine im Inland nicht steuerbare sonstige Leistung. Nach der Reverse-Charge-Regelung sind Sie als Leistungsempfänger Schuldner der Umsatzsteuer.

Ich selbst schreibe in diesem Fall ans Ende der Rechnung folgenden Hinweis:

Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung i. S. des § 6a UStG durch
IT- und Webservice sbraun, Deutschland, USt-IdNr. DE263022206
an
Amazon EU Sarl, Luxemburg, IBLC Nr. LU20260743
Der Leistungsempfänger ist Steuerschuldner (Anwendung Reverse Charge Verfahren).

Wer diese Elemente in seine Proforma-Rechnung einfügt, dürfte keine Probleme mit dem Finanzamt bezüglich der Umsatzsteuer bekommen und hat die Einnahmen aus dem Publisherprogramm von Amazon korrekt abgerechnet.

2017-04-26T08:43:31+00:00 27. Oktober 2014|Kategorien: Tipps/Infos|Tags: |20 Kommentare

20 Kommentare

  1. Florian 29. November 2015 um 17:53 Uhr

    Hi, könntest du nicht eine Beispiel Rechnung veröffentlichen? Beschreibst du die Position auch? Hab in meinen normalen Rechnung immer eine Positionsnummer, Beschreibung, Netto und unten Zahlbetrag Brutto stehen.

  2. Susanne Braun 30. November 2015 um 10:18 Uhr

    Hallo Florian,

    nein, eine Position schreibe ich nicht in die Rechnung rein, das ist mir viel zu aufwändig. Ich schreibe immer eine Rechnung über den Gesamtbetrag, der mir von Amazon überwiesen wurde. Bisher wurde diese Aufführung noch nicht vom Steuerberater beanstandet.

  3. Andi 17. Dezember 2015 um 18:28 Uhr

    Guter Hinweis, der aber noch eine Frage aufwirft. Im Amazon Partnerprogramm und den dortigen Hilfeseiten ist überall von Amazon Europe Core Sarl (Ust-IdNr.: LU26375245) als Vertragspartner die Rede. In der monatlichen Email mit dem Gutschriftsbetrag aus dem Partnerprogramm wird aber Amazon EU Sarl (USt-IdNr: LU20260743) genannt. Beide Firmen existieren, nur wer ist der Vertragspartner? Demnach ist die Adresse in Deinem Muster tatsächlich die richtige? Oder nimmst Du das nur an?

  4. Susanne Braun 18. Dezember 2015 um 09:00 Uhr

    Hallo Andi,

    ich nehme die Adresse, die auch in den Auszahlungs-E-Mails von Amazon drin steht. Und das ist die von Amazon EU Sarl in Luxemburg. Bis jetzt wurde da noch nichts angekreidet.

  5. Marvin 30. März 2016 um 20:06 Uhr

    Hallo, wie sieht das bei Nutzung der Kleinunternehmerregelung aus? Dort darf ich gar keine Nettobeträge ausweisen. Sollte man also den Zusatz zur Kleinunternehmerregelung UND die Info zum Reverse-Charge-Verfahren in die Rechnung schreiben?

  6. Susanne Braun 31. März 2016 um 09:03 Uhr

    Soviel ich weiß, brauchst du bei der Kleinunternehmerregelung nur deine Einnahmen ohne MWSt. auszuweisen. Der Zusatz zur Kleinunternehmerregelung sollte auch aufgeführt sein. Das müsste reichen.
    Aber am besten einen Fachmann – also Steuerberater – fragen. 🙂

  7. Markus 30. April 2016 um 16:41 Uhr

    Hallo Susanne,

    vielen Dank für den Beitrag, hilft mir gerade sehr weiter :)!

  8. Cami 23. Mai 2016 um 16:49 Uhr

    Herzlichen Dank für den Post Susanne! Sehr hilfreich.

  9. Louis 3. November 2016 um 09:05 Uhr

    Ich falle unter die Kleinunternehmer Regelung und habe mein Gewerbe auch nebenberuflich als solches angemeldet. Ich habe damals eine Steuernummer bekommen, aber bis jetzt keine Umsatzsteuer ID.
    Demnächst wird meine erste Amazon Affiliate Auszahlung anstehen. Brauche ich diese denn, um Amazon eine gültige Rechnung zu schreiben?
    Habe meine Steuererklärung bis jetzt immer selbst gemacht und habe daher keinen Steuerberater. SG

  10. Susanne Braun 3. November 2016 um 10:12 Uhr

    Hallo,

    ich kann hier zwar keine steuerliche Beratung anbieten :-), aber soviel ich weiß, ist eine Umsatzsteuer-ID nicht nötig. Letztendlich wird die Rechnung ja nicht wirklich an Amazon geschickt, sondern sie soll nur erfassen, welche Einnahmen über das Affiliate-Programm zusammen gekommen sind, und dann kommt die Pro-Forma-Rechnung von Amazon zu den eigenen Unterlagen.

  11. Dave 14. November 2016 um 11:53 Uhr

    Erstmal vielen Dank für den Beitrag.
    Wie muss eine Rechnung bei einem deutschen Affiliate-Partner geschrieben werden?

  12. Susanne Braun 15. November 2016 um 09:55 Uhr

    Hallo Dave,
    wenn es erforderlich sein sollte, eine Rechnung an einen deutschen Affiliate-Partner zu schreiben, würde ich die Rechnung gemäß den deutschen Richtlinien aufbauen: Re-Datum, Re-Nr,. die einzelnen Einnahmeposten netto. Bei der Summe dann noch die Mehrwertsteuer aufführen, falls du welche abführst und schließlich der Bruttobetrag. Ich würde es jedenfalls so machen. 🙂

  13. Sascha 21. November 2016 um 10:27 Uhr

    Wäre diese, natürlich mit anderen Daten, auch für das eBay Partnernetwork gültig? Der Sitz von eBay liegt ja nicht innerhalb der EU, sondern in den USA.

  14. Susanne Braun 21. November 2016 um 14:16 Uhr

    Hallo Sascha,
    das weiß ich jetzt nicht, ob eine Affiliate-Rechnung für Ebay genauso verfasst werden kann. Aber eigentlich müsste es gleich sein. MWSt. fällt für die USA als Drittland auch nicht an.

  15. attila 30. Dezember 2016 um 11:05 Uhr

    Danke für die Anleitung Susanne,

    macht es einen Unterschied, ob ich die Rechnung jeden Monat verfasse oder eine einzige am Ende des Jahres ? Wie machst Du es?Danke und LG

  16. Susanne Braun 30. Dezember 2016 um 15:37 Uhr

    @attila
    Ich schreibe die Rechnung immer nach einer Amazon-Auszahlung. Ob eine einzige am Jahresende ausreicht, weiß ich nicht, da solltest du dich bei einem Steuerberater erkundigen. Aber da ich die Einnahmen monatlich geltend mache, schreibe ich die Rechnung eben nach einer Auszahlung.

  17. Christoph 7. Februar 2017 um 12:17 Uhr

    Hallo Susanne,

    Du bist im Affiliate-Bereich tätig und als Webdesignerin unterwegs. Hast Du ein Gewerbe angemeldet als Freiberuflerin? Oder läuft alles ausschließlich über Dein Gewerbe?

    VG, Christoph

  18. Susanne Braun 7. Februar 2017 um 12:44 Uhr

    Hallo Christoph,

    meine Tätigkeiten laufen über mein angemeldetes Gewerbe, so hat man mir das damals auf dem Gewerbeamt und beim Steuerberater empfohlen.

  19. Daniel 8. Februar 2017 um 21:07 Uhr

    Hallo Susanne,

    vielen Dank für den tollen Artikel. Dieses Thema kostet mich seit ein paar Tagen echt nerven. Ich bin Kleinunternehmern und habe nun erste Einnahmen durch das Partnernet. Sendest du die Rechnungen auch an Amazon? Als Kleinunternehmer habe ich keine UST ID und mache auch nur am Ende des Jahres eine UST Erklärung in der ich sofern ich unter der Grenze bleibe 0€ UST ausweise. Sobald ich die Umsatzgrenze überschreite werde ich ja sowieso nicht mehr als Kleinunternehmer behandelt.

    Meine Frage ist nur ob man die Rechnung wirklich hinschicken muss und wie sich das verhält wenn man keine UST ID hat. In anderen Blogs streiten sich die Gemüter über eine zusammenfassende UST Meldung oder auch (ZM?) genannt. Betrifft uns das dann auch?

    Sorry für die vielen Fragen nur bin ich echt wirre.

  20. Susanne Braun 9. Februar 2017 um 14:35 Uhr

    Hallo Daniel,

    also, die Rechnung musst du nicht zu Amazon schicken, sie ist hauptsächlich für deine Buchführung und für den Steuerberater.
    Da du als Kleinunternehmer tätig bist, brauchst du wahrscheinlich auch keine zusammenfassende UST-Meldung abzugeben. Genaueres kann dir da wohl ein Steuerberater sagen. 🙂

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