Ich habe in meinem Blog in den vergangenen Jahren Möglichkeiten vorgestellt, wie man nebenberuflich Geld im Internet verdienen kann.

Allzu viel wird man dabei nicht zusammen bekommen, aber ein paar Euros sind schon möglich. Gerade Online-Umfragen oder das Verkaufen von Computerspielen oder Büchern auf Momox & Co. gehören zu den beliebtesten Optionen, bequem die Haushaltskasse aufzubessern.

Nun ist mir in den vergangenen Tagen im Fernsehen ein Werbespot aufgefallen, in dem die Plattform textil-ankauf.com damit wirbt, Kleider aufzukaufen und diese den Kleiderspendern entsprechend zu vergüten. Also wieder eine Möglichkeit, seinen Hausrat auszumisten und Kleidung, die einem nicht mehr gefällt oder passt, in bare Münze umzusetzen. Natürlich muss die ausrangierte Mode qualitativ noch in einwandfreiem Zustand sein, damit der Aufkäufer sie auch annimmt.

textil-ankauf: Sehr niedrige Gutschriften

Ich habe mir die Plattform textil-ankauf näher angeschaut. Das Konzept sieht folgendermaßen aus, dass man pro Kleidungsstück Punkte erhält, die dann aufaddiert werden. Für einen Verkauf braucht man mindestens 100 Punkte. Für Shirts aller Art gibt es nur einen Punkt, für ein Herrenhemd fünf Punkte, für Herrenjeans 11 Punkte, für eine Lederjacke 12 Punkte, für einen BH 11 Punkte und für Damenhalbschuhe 11 Punkte, um nur einen kleinen Auszug aus der Punkteliste zu nennen.

Da sieht man auch schon die Sahnestückchen, die es lohnt zu verkaufen: T-Shirts gehören wohl nicht dazu. Außerdem sollte man ja möglichst eigene Portokosten vermeiden und das klappt nur, wenn das Paket mindestens 13 Kilo wiegt. Dann erst kann man die Kleiderspende kostenlos versenden.

Testweise habe ich einfach mal versucht, die 100 Punkte zusammenzustellen und habe auch die oben genannten Kleidungsstücke, die besonders gut „bepunktet“ sind, in meinen Warenkorb eingefügt.

Zuerst ist es schwierig, 13 Kilo zusammen zu bekommen, wenn man nicht gerade seinen ganzen Kleiderschrank entleeren will, und was da an Vergütung herauskommt, ist nicht erwähnenswert.

Für 13 Kleidungsstücke, darunter Herrenjeans, BH, Herrenhemd, Lederjacke und Sneakers bekomme ich nach Portoabzug von 3 Euro gerade mal 3,51 Euro gutgeschrieben.

Weitere Tests brachten auch keine deutliche Gutschriftsteigerung. Da hat sich meine Euphorie, Kleider schnell online verkaufen zu können, doch zügig gelegt.

Fazit: Lohnt sich nicht wirklich.

Momox-Fashion: Marken gesucht und nicht schlecht vergütet

Aber bessere Optionen gibt es dann doch noch: Auf Momox kann man nämlich seit nicht allzu langer Zeit auch Kleider und Schuhe verkaufen. Was mir hier deutlich mehr zusagt, ist, dass man zuerst mit der Markensuche beginnen kann. So lässt sich für eine Wrangler-Jeans gut 3,50 Euro verdienen, also ein Betrag, der bei textil-ankauf erst bei einem großen Kleiderstapel zusammenkommt. Für teure Designerstücke kann man schon mal gut über 30 Euro und noch mehr abgreifen.

Ein Nachteil bei Momox: Selbst genähte Kleidung kann man hier nicht verkaufen. Und nicht alle Marken werden angenommen.

Sicher kann man hochwertige Designermode, die immer noch gut in Schuss, teurer verkaufen als bei Momox. Doch Momox ist eben bequem: Man sitzt vorm PC, sucht die Marke und das Kleidungsstück wie Mantel, Hose oder Schuhmodell (Ballerina, Sneaker usw.) raus, bekommt gleich einen Preisvorschlag geliefert und kann dann entscheiden, ob man das Teil auf diese Weise verkaufen will oder nicht.

Weitere Verkaufsoptionen von gut erhaltener Kleidung

Es gibt noch ein paar weitere Möglichkeiten, gebrauchte Kleidung online zu verkaufen. Einmal gibt es die Website Buddy & Selly, die ausschließlich Designerkleidung aufkauft. Welche Marken Buddy & Selly annimmt, finden Sie ebenfalls auf deren Internetauftritt. Genaue Preise für die einzelnen Stücke wird man aber wohl erst an der Telefon-Hotline erfahren. Eine Online-Auswahlfunktion wie bei Momox findet sich hier nicht.

Oder man verkauft (tauscht oder verschenkt) seine Kleidung bei der Mode-Community Kleiderkreisel. Allerdings wird man da auch nicht allzu viel an Geld bekommen, denn viele „Kreisler“ wollen am liebsten alles umsonst. Das habe ich schon selbst erfahren, als ich dort ein paar Sachen angeboten habe.

Neben dem Klassiker Ebay gibt es auch die Möglichkeit, seine Kleidung mobil mit der Flohmarkt-App Stuffle zu verkaufen. Ich habe diesbezüglich schon mal einen Test gesehen und der verlief gar nicht so schlecht.

Stuffle gibt es für sowohl für Apple als auch für Android. Eine Flohmarkt-App-Alternative ist Shpock. Einfach ein Bild von dem Kleidungsstück machen, eine kleine Beschreibung dazu verfassen und einstellen. Vielleicht melden sich eine oder mehrere Interessentinnen ganz in der Nähe.

Fazit

Generell ist der Online-Verkauf von getragener, aber noch hochwertiger Kleidung einfacher als offline. Wer seine Kleider bei Momox oder textil-ankauf verkaufen will, der braucht keine Fotos zu schießen und keine Beschreibung zu verfassen, alles Kriterien, die Zeit kosten. Dafür sieht die Vergütung nicht allzu gut aus, bei Momox immerhin deutlich besser als bei textil-ankauf.

Wer etwas mehr Gewinn aus seiner abgelegten Kleidung machen will, der muss auch mehr Zeit investieren, und seine Kleidung fotografieren, auf die entsprechenden Portale mit einer genauen Beschreibung stellen. Ob es dann aber wirklich zu einem Verkauf kommt, ist dahingestellt. Daher wählen viele dann doch gerne den einfachen und sicheren, wenn auch schlecht bezahlten Weg und senden die Kleidungsstücke ein.

Welche Empfehlung würde ich abgeben? Das kommt darauf an, was man an Kleidung verkauft: Ist es Marken- und Designermode, würde ich Momox sowie Buddy & Selly den Vorzug geben. Bei No-Name-Kleidung sollte man sich wohl besser gleich für eine Alt-Kleider-Spende entscheiden, denn auch auf den mobilen Flohmärkten wird man für solche Stücke nicht viel bekommen. Aber ein Test lohnt sich auf jeden Fall.

Nachfolgend finden Sie die Links der Portale und Apps, die Sie für den Online-Kleiderverkauf nutzen können:

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