In einem weiteren Beitrag aus meiner Reihe „Woocommerce Leitfaden“ komme ich heute zum Versand und den verschiedenen von Woocommerce zur Verfügung gestellten Versandarten.

Der Versand an sich ist in einem Online-Shop ein recht komplexes Kapitel, denn welchen Versanddienstleister du nutzt und wie hoch deine Versandkosten ausfallen – falls du überhaupt welche berechnest – hängt vor allem davon ab, welche Produkte du verkaufst. Sind diese groß und sperrig, wird der Versand deutlich aufwändiger und teurer als wenn es kleine handliche Artikel sind, die in Standardpaketgrößen reinpassen.

Und die Komplexität des Themas richtet sich auch danach, ob du nur innerhalb Deutschlands versendest, oder innerhalb der EU oder sogar weltweit. Doch dazu später mehr.

Jetzt gehe ich zuerst auf die Einstellmöglichkeiten auf Woocommerce in der Registerkarte Versand unter Einstellungen ein.

Versand-Einstellungen

Woocommerce Versand

Versandkosten-Berechnung:

Hier kannst du zwischen drei Optionen auswählen, einmal ein Häkchen bei Versandkosten aktivieren setzen, falls du solche Kosten in deinem Online-Shop erhebst (bei digitalen bzw. virtuellen Produkten brauchst du keine Versandkosten zu berechnen).

Die zweite Option Aktiviere den Versandrechner auf der Warenkorb-Seite bewirkt, wenn sie aktiviert ist, dass auf der Warenkorb-Seite des Shops ein Link mit der Bezeichnung „Lieferkosten berechnen“ angezeigt wird. Klickt der Kunde auf diesen Link, wird ein Eingabefeld eingeblendet, in das er seine Postleitzahl eingeben und die Versandkosten berechnen kann. Diese Freischaltung ist nur sinnvoll, wenn du regional gestaffelte Lieferkosten festgelegt hast. Bei einem einheitlichen Versandkostenbetrag (Pauschale) brauchst du diese Option nicht anzuhaken.

Woocommerce Versand

Die dritte Option Versandkosten verbergen, bis eine Anschrift eingegeben wird zeigt die Versandkosten erst an, wenn eine Bestellanschrift vom Kunden eingetragen wird.

Diese Option solltest du aus rechtlichen Gründen nicht setzen, da in Deutschland anfallende Versandkosten schon im Warenkorb angezeigt werden müssen, und nicht erst bei Eingabe der Bestellanschrift.

Versandziel:

Hier findest du als Auswahlmöglichkeit Radiobuttons, was heißt, dass du nur eine Option auswählen kannst: Entweder wird auf der Kassen-Seite die Rechnungsadresse als Standard angezeigt und der Kunde kann noch ein Häkchen bei Lieferung an eine andere Adresse senden? setzen und dort weitere Daten eingeben.

Ist Lieferadresse als Standardwert aktiv, dann wird das Lieferadressenformular komplett eingeblendet. Bei der dritten Option ist das Feld Lieferadresse ausgeschaltet und es wird nur das Rechnungsformular für den Kunden eingeblendet.

Versand auf Land/Länder einschränken:

Hier kannst du festlegen, in welche Länder du deine Waren versenden willst. Entweder in alle Länder, in alle Länder, in die du auch verkaufst oder nur in bestimmte Länder versenden. Bei ausgewählter letzter Option öffnet sich ein weiteres Feld Ausgewählte Länder, wo du dann die Länder auswählst, in die du verschickst.

Die Länder, in die du verkaufst, hast du schon in der Registerkarte Allgemein festgelegt.

Versandarten:

Als Versandarten bietet Woocommerce an:

  • Kostenloser Versand
  • Versandkostenpauschale
  • Internationale Versandkostenpauschale
  • Nationaler Versand
  • Abholung vor Ort

In der Spalte Aktiviert wird mit einem Häkchen angezeigt, welche Versandarten im Shop freigeschaltet sind. Ganz rechts in der Spalte Auswahlpriorität kannst du einstellen, welche Versandkostenart im Warenkorb an erster Stelle stehen soll. Die Platzierung kannst du auch mit Drag & Drop ganz links an der Zeile mit dem Mauszeiger nach oben und nach unten ziehen.

Die einzelnen Versandarten kannst du aktivieren und weiter bearbeiten, indem du ganz oben auf der Registerkarte auf die einzelnen Versandarten klickst.

Kostenloser Versand

Woocommerce Versand

So wie diese Registerkarte sind auch die anderen Versandarten aufgebaut, eventuell mit einem Feld mehr oder weniger.

Es lässt sich hier einstellen, wie die Bezeichnung dieser Versandart im Warenkorb und auf der Kassen-Seite lautet.

Du kannst die Versandart auf bestimmte Länder einschränken und darunter festlegen, ob ein bestimmter Mindestbestellwert für den kostenlosen Versand erreicht werden muss.

Hinweis: Kostenloser Versand ist bei Kunden im Online-Shopping sehr beliebt. Hast du Produkte, die du mit genügend Marge verkaufst, dann solltest du dir überlegen, ob du nicht auf die Erhebung von Versandkosten verzichten solltest, denn dies ist ein Pluspunkt bei potenziellen Käufer/innen.

Die großen Online-Shops verzichten oft darauf, auch wenn diese nicht wirklich die Anrechnung von Versandkosten vermeiden. Meist wird ein „heimlicher“ Versandkostenwert auf den Produktpreis drauf gerechnet, sodass die Online-Shops beim Versand ihrer Ware keine Verluste machen.

Versandkostenpauschale

Woocommerce Versand

Wie du siehst, sieht das Registerblatt der Versandkostenpauschale fast genauso aus wie das vom kostenlosen Versand.

Im neuen Feld Mehrwertsteuerstatus kannst du dich entscheiden, ob auf die Pauschalkosten noch Mehrwertsteuer bzw. Umsatzsteuer berechnet wird (Zu versteuern) oder nicht (keine). Falls du Vorsteuer abführst, solltest du Mehrwertsteuer auf die Versandkosten erheben. Weitere Infos zur Mehrwertsteuer auf Versandkosten findest du hier. Falls du dir unsicher bist, besprichst du das Thema besser mit deinem Steuerberater.

In das Feld Kosten gibst du deine Pauschale exklusive Mehrwertsteuer ein. Du kannst in das Feld nicht nur eine Zahl, sonder auch eine Formel eintragen. Wenn du über das Fragezeichen bei Kosten mit dem Mauszeiger fährst, werden dir ein paar Variablen angezeigt. So kannst du z. B. 5,00 x [qty] eingeben. Das heißt dann, dass auf jedes bestellte Produkt ([qty]= Anzahl der Artikel) 5 Euro Versandkostenpauschale angerechnet werden.

Weitere Platzhalter: [cost]= Kosten der Artikel, [fee percent =“10″]= prozentbasierte Gebühr von 10%

Das Register für die internationale Versandkostenpauschale ist fast genauso aufgebaut, nur dass bei der Verfügbarkeit internationale Länder ausgewählt werden, für die diese Versandart gilt.

Übrigens: Die internationale Versandkostenpauschale kannst du auch national nutzen, indem du unter Ausgewählten Ländern Deutschland einträgst.

Nationaler Versand

Woocommerce Versand

Beim nationalen Versand hast du die Möglichkeit, die Versandgebühr als festen Betrag, festen Betrag pro Produkt oder prozentual vom Warenkorb-Gesamtbetrag zu definieren. Außerdem kannst du Postleitzahlen eintragen, für die diese Versandart gilt.

Abholung vor Ort

Woocommerce Versand

Diese Versandoption ist interessant für die Online-Shop-Betreiber, die ihre Ware auch in einem stationären Laden verkaufen. Kauft ein Kunde, der in der Nähe des Geschäfts wohnt, im Online-Shop ein, wird er über diese Möglichkeit nachdenken, sollte er sich dabei mögliche Versandkosten sparen. Du kannst die Abholung vor Ort auf bestimmte Postleitzahlen beschränken.

Definition von Versandklassen

Woocommerce bietet bei den Produkten über den Punkt Versandklassen die Möglichkeit an, zusätzlich zur Versandkostenpauschale weitere Versandkosten zu erheben.

Willst du eine neue Versandklasse anlegen, dann gehe auf Produkte -> Versandklassen und vergib‘ dieser eine Bezeichnung und trage in das Beschreibungsfeld eine kurze Erläuterung der Versandklasse ein (beispielsweise Sperrgut, Beschreibung: Sendungen von 10 bis 35 Kilogramm).

Gehst du dann in eine Produktseite, dann findest du unter Produktdaten -> Versand diese neue Versandklasse im Auswahlfeld vor.

Die Kosten für die neue Versandklasse kannst du nun auf den Registerkarten von Versandkostenpauschale und Internationale Versandkostenpauschale eintragen, denn nun sind dort neue Felder für die neu im System angelegte Versandkostenklasse angelegt worden (siehe Screenshot):

Woocommerce Versand

Bei Berechnungsart stehen dir zwei Optionen zur Verfügung:

Pro Bestellung – Versandkosten entsprechen der teuersten Versandklasse der Bestellung: Bei Auswahl dieses Wertes wird der höchste zusätzliche Preis aller im Warenkorb vorkommenden Versandklassen einmalig hinzugefügt, ganz egal, wie viele Produkte im Warenkorb enthalten sind.

Pro Klasse – Versandkosten für jede Versandklasse einzeln berechnen: Für jedes einzelne Produkt wird ein zusätzlicher Preis hinzugefügt, für jede enthaltene Klasse aber nur einmal.

Anwendung der Versandarten und -klassen

Das Thema Versandarten und -klassen ist schon recht komplex, vor allem für E-Commerce-Einsteiger. Daher solltest du deinen Shop mit den verschiedenen Versand-Einstellungen immer ausgiebig testen und alle Optionen ausprobieren. Dann erschließt sich so manches, was in der Theorie noch schwer verständlich war.

Wer verschiedene Versandarten oder -klassen aufgrund seines komplexen Produktsortiments benötigt, kann sich auch ein Plugin wie das kostenpflichtige Table Rate Shipping zulegen.

Das Plugin bietet folgende Funktionen:

  • Preistabellen je Lieferregion
  • Kostenaufschlüsselungen je nach Gewichtsklasse
  • Genaue Definition der Lieferregionen, entweder über Länderauswahl oder über Postleitzahlen
  • Definition von Regeln, die auf unterschiedlichen Faktoren beruhen, wie beispielsweise Produktanzahl, Gewicht, Produktanzahl je Preis und Versandklasse

Eine englischsprachige Beschreibung des Plugins findest du auf WooThemes Documentation.

Berechnung der Versandkosten

Bevor du deine Versandkosten einträgst und dich für eine Versandkostenpauschale oder eine andere Berechnung der Versandkosten entscheidest, solltest du überprüfen, wie die Versandkosten bei den Versanddienstleister ausfallen.

Deutschlandweit stehen dir zur Verfügung:

um nur die wichtigsten zu nennen. Generell gehen Pakete auf Größe und Gewicht. Da Produkte in ihrer Größe und in ihrem Gewicht sehr individuell sind, kann man kaum generelle Empfehlungen aussprechen, aber die meisten Waren lassen sich wohl mit der Post (DHL) oder mit Hermes versenden.

Wenn du weißt, wie die Versandkosten bei den Versandanbietern gestaffelt sind, kannst du auch deine optimalen Versandarten festlegen.

Bei DHL kostet ein Paket mit 5 kg Gewicht und bei Online-Frankierung 5,99 Euro, leichtere Pakete sind noch günstiger, d. h. die Kosten halten sich in Grenzen. Und wie ich schon oben erwähnt habe, freuen sich viele Kunden, wenn der Online-Shop keine Versandkosten berechnet.

Falls du also eine gute Marge für deine Produkte errechnet hast oder es möglich ist, den Preis der Produkte um 4 bis 6 Euro anheben zu können, ohne dass die Konkurrenz einen preislich übertrumpft, dann ist es empfehlenswert, innerhalb Deutschlands versandkostenfrei zu versenden.

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Im nächsten Woocommerce-Beitrag steht der E-Mail-Versand auf dem Plan.