Plugin-Vorstellung: Mit Tinypass den Blogcontent monetarisieren – Teil 2: Plugintest

tinypassIm ersten Artikel über Tinypass habe ich den Anbieter und dessen Einsatzmöglichkeiten für den eigenen Blog  vorgestellt.

Tinypass eignet sich vor allem dafür, einen Download wie beispielsweise ein Ebook oder hochwertige Bloginhalte kostenpflichtig anzubieten.

Allerdings ist es in Deutschland schwierig für Blogger, eine sogenannte Paywall erfolgreich anzubieten, denn nur wenige Blogbesucher sind bereit, für Content auch noch zu zahlen.

Dennoch ist Tinypass eine interessante Option, gerade digitale Produkte gegen Zahlung eines nicht allzu hohen Betrags auf seinem Blog anzubieten, weil Tinypass schnell eingerichtet ist und man selbst nicht einmal ein PayPal-Konto benötigt.

Allerdings muss man von seinen Einnahmen dann höhere Gebühren an den Anbieter abführen, da dieser sich darüber finanziert.

Doch wie geht man nun vor, um Tinypass nutzen zu können?

Erster Schritt: Anmeldung auf der Plattform

Um den Service einsetzen zu können, ist die kostenlose Registrierung auf Tinypass der erste Schritt. Dafür sind nur wenige Angaben notwendig.

Im Verwaltungsbereich muss man dann eine Application anlegen. Der muss man einen Namen vergeben, die Domain-URL eintragen und eine kleine Beschreibung der Website in ein weiteres Feld einfügen, am besten in Englisch.

Als Standardsprache kann man nur zwischen Englisch und Spanisch wählen, weitere Optionen bietet Tinypass hier nicht an.

App Tinypass

Danach erhält man für diese Application eine Application ID (AID) und einen Private Key. Diese Angaben benötigt man später beim Einrichten des Tinypass-Plugins.

Zweiter Schritt: Download und Installation des Tinypass-Plugins für WordPress

Das WordPress-Plugin von Tinypass finden Sie unter folgendem Link zum Herunterladen. Die Installation funktioniert genauso simpel wie bei allen anderen WordPress-Plugins.

Nach der Installation sollten Sie das Plugin aktivieren, falls dies noch nicht der Fall ist. Das Plugin hat im WordPress-Backend einen eigenen Verwaltungsbereich über den Link Tinypass in der linken Seitenspalte.

Dritter Schritt: Plugin einstellen

Settings:

Das Plugin hat im Verwaltungsbereich zwei Unterpunkte, einmal Settings und einmal Tinypass. Zuerst müssen unter Plugin Settings (also den Plugin-Einstellungen), die AID und der Private Key der unter Tinypass angelegten Application eingetragen werden. Achten Sie darauf, dass Sie die richtigen Felder wählen. Wenn Sie Tinypass live auf Ihrem Blog einsetzen wollen, nutzen Sie die Felder, die mit (Live) gekennzeichnet sind.

Unter Environment setzen Sie ein Häkchen bei “Live – for live Payments”

Unter General Settings setzen Sie einmal ein Häkchen im ersten Feld “Enable Tinypass for individual posts”. So können Sie auch einzelnen Artikeln individuelle Preise vergeben. Wenn Sie die Kommentarfunktion bei kostenpflichtigen Artikeln deaktivieren wollen, sollten Sie auch beim zweiten Feld ein Häkchen setzen.

In die Felder darunter sollten Sie deutsche Entsprechungen eingeben: In das erste Feld – den Header – passt so eine Formulierung wie “Weiter zur Bezahlung”. Und in die Description/Beschreibung können Sie eine kleine Erklärung eintragen, was nach dem Klick auf den Preisbutton passiert.

Die beiden Textfelder – Überschrift und Beschreibung – stehen nachher links neben dem Preisbutton von Tinypass. Allerdings haben Sie die Möglichkeit, für jeden einzelnen Artikel oder Download individuelle Angaben zu den Feldern einzutragen, sodass die Standard-Angaben in den Settings überschrieben werden. Dazu später mehr.

Nun kommen wir zum Punkt Tinypass. Dort müssen auch noch Anpassungen vorgenommen werden.

Tinypass:

Dort wählen Sie nun aus, wie Sie Tinypass einsetzen wollen. Es stehen drei Optionen zur Verfügung:

  • Pay-per-view
  • Metered
  • Restricted

Pay-per-view: Bei Pay-per-view kann man für jeden kostenpflichtigen Blogpost einen individuellen Preis festsetzen. Wer nur einen einzigen Preis festlegen will, macht das unter den Einstellungen von Tinypass. Aber bei der Artikelerstellung lässt sich ein individueller Preis anlegen.

Metered: Diese Option wird von vielen amerikanischen Online-Zeitungen angewendet. Sie legen hier fest, wie viele Beiträge der Besucher kostenlos lesen kann und ab dem wievielten er einen monatlichen oder einmaligen Beitrag zahlen muss.

Restricted: Damit werden alle Beiträge, die mit einem bestimmten Schlagwort gekennzeichnet sind, gesperrt. Es gibt keine Vorschau oder keinen Anriss des Artikels zu sehen.

Beginnen wir mit dem Pay-per-view-Modus.

Pay-per-view:

Dieser hat die wenigsten Einstellungen. Legen Sie gleich die Tags bzw. Schlagworte fest, mit denen Pay-per-view-Artikel gekennzeichnet werden sollen. Praktisch wäre es, sie mit “Pay-per-view” zu verschlagworten. Mit diesem Modus können Sie auch Downloads kostenpflichtig anbieten, indem Sie den Downloadlink erst nach der Bezahlung für den Käufer sichtbar machen.

Pay-per-view - Tinypass

Legen Sie unter Price Options den Standardpreis für einen Beitrag fest. Sie können auch Europreise anstatt den standardmäßigen Dollarpreisen angeben, indem Sie eine dreistellige Zahl (d.h. nach dem Preis wie beispielsweise 5 noch einen Punkt und zwei Nullen sowie den dreistelligen Währungscode EUR eingeben. Für einen Preis von 5 Euro sieht das folgendermaßen aus: 5.00 EUR). Vergessen Sie die zwei Stellen hinter dem Punkt, wird keine Währungsangabe ausgegeben.

Wie lange soll der Besucher Zugang zu dem Artikel oder Download haben? Wenn Sie eine Stunden-/Tage-/Wochen- oder Monatszahl in das entsprechende Feld einfügen, ist nach deren Ablauf ein Kauf bzw. eine Bezahlung nicht mehr möglich. Oder Sie wählen die Option “Monthly Subcription”, was bei einzelnen Artikeln allerdings keinen großen Sinn macht, denn dann wird von dem User ein Monats-Abonnement verlangt.

Wenn Sie einen unbegrenzten Zeitraum wählen wollen, dann schreiben Sie in das Feld einfach 99.999 Monate, das sind über 8.000 Jahre Zugang, also eigentlich für immer :-).

Unter Messaging & appearances können Sie eine Standardeinstellung für den Titel und die Beschreibung neben dem Tinypass-Preisbutton eingeben. Speichern Sie alle Angaben ab. Danach finden Sie Ihre angelegte Paywall unter Tinypass vor, die Sie auch immer wieder editieren können.

Tinypass in der Artikelerstellungsansicht

Wenn Sie nun einen Artikel erstellen, der kostenpflichtig ist oder darin einen kostenpflichtigen Download zur Verfügung stellen wollen, dann finden Sie in der Artikelerstellungsansicht im Editor einen blauen kleinen Button für Tinypass.

Damit fügen Sie eine Trennlinie ein. Was darunter steht, wird erst nach dem Bezahlvorgang für den User sichtbar.

Editor Tinypass

In der rechten Seitenspalte der Artikelerstellungsansicht finden Sie unter Tinypass Options weitere Einstellungsmöglichkeiten für den Artikel. Klicken Sie einfach auf Modify Options.

In dem sich öffnenden Dialogfeld können Sie dem kostenpflichtigen Artikel einen individuellen Preis geben, der sich von den vorherigen Standardeinstellungen unterscheidet. Legen Sie hier nichts fest, wird der Standardpreis ausgegeben.

Die Zugangslänge sowie Header- und Beschreibungstext können Sie auch noch anpassen. An dem RID-Feld sollten Sie die Standardeinstellung belassen und nichts ändern.

Ganz oben setzen Sie noch ein Häkchen bei “Enabled for this post”.

Tinypass Options

In meinem Testbeitrag sieht dann der Artikel folgendermaßen aus:

In der Artikelübersicht auf dem Blog sieht man noch nicht, dass der Beitrag kostenpflichtig ist. Erst wenn man in die Artikeldetailansicht geht, wird der festgelegte Textanriss gezeigt und darunter das Hinweisfeld von Tinypass mit Preis eingefügt.

Tinypass Test

Leider wird hinter dem Europreis auch der Dollarpreis angezeigt und die englische Angabe “Already Purchased” konnte ich auch nirgendwo eindeutschen. Mit einem Klick auf den Preis läuft dann der Kaufprozess ab, wie ich ihn schon im ersten Beitrag zu Tinypass erläutert habe.

Solch ein Prozess zu erstellen, ist sehr einfach. Die beiden anderen Optionen – Metered und Restricted – verlangen da schon mehr Angaben und Aufwand.

Metered:

Über Add another können Sie unter Tinypass weitere Paywalls anlegen. Bei Metered müssen Sie neben der üblichen Verschlagwortung auch einen Namen oder eine Bezeichnung für den Content festlegen, der kostenpflichtig werden soll.

Wie bei Pay-per-view muss auch ein Preis und eine Zeitfrist für den Zugang (oder ein Abo per monthly subscription) definiert werden. Was hier noch hinzukommt, ist die Platzierung einer Zähleranzeige, die dem User zeigt, wie viele Artikel er schon von den kostenlos zugänglichen angeschaut hat, das Festlegen einer bestimmten Anzahl von freien Pageviews in einem bestimmten Zeitraum und das Anlegen von zwei Landingpages.

Auf die eine Landingpage (Information landingpage) gelangt der Besucher, wenn der die Zahl der kostenfreien Artikel überschritten hat.  Auf der statischen Seite sollten dann Informationen zu den monatlichen Kosten für das Abonnement, die Bezahlmöglichkeiten usw. stehen.

Die zweite Landingpage (Confirmation landingpage) ist eine Seite, wo der Besucher nach der Bezahlung hingeleitet wird. Auch hier sollten dann relevante Infos stehen und ebenfalls ein Danke-Text für die Zahlung.

In die entsprechenden Felder müssen Sie den Pfad der Landingpages eintragen. Zusätzlich stellt Ihnen Tinypass noch einen Shortcut zur Verfügung, den Sie in die Information Landingpage eintragen sollten. Mit diesem Shortcut wird der Tinypass-Button eingebunden.

Restricted:

Restricted verfügt über die gleichen Einstellungsoptionen wie Metered, nur der Bereich mit dem Preview-Zähler und der Anzahl der freien Artikel fehlt.

Fazit

Die Erläuterungen zeigen, dass es technisch sehr einfach ist, Tinypass einzusetzen. Vor seinem Einsatz sollte man allerdings abklären, ob es auch für den deutschen Gebrauch rechtlich einwandfrei ist.

Normalerweise müsste man noch den Hinweis “Preis inklusive 19% MWSt” bei den Preisen hinzufügen, was auch ginge. Dafür ließe sich beispielsweise das Beschreibungsfeld verwenden.

Weitere rechtliche Mängel sind mir noch nicht aufgefallen.

Wer den Service erst mal in einem Testmodus einsetzen möchte, der sollte sich auf der Sandboxseite von Tinypass registrieren, dort eine Application anlegen sowie die AID und den Private Key im Plugin unter Settings in die Sandbox-Felder eintragen.

Außerdem empfiehlt es sich, alle angelegten Prozesse immer zu testen, ob sie auch richtig funktionieren. Vor allem bei Metered und Restricted würde ich vor dem Live-Einsatz genau überprüfen sowie unterschiedliche Bezahloptionen wie Monatsabo und einmalige Bezahlung durchspielen.

Erst dann ist man auf der sicheren Seite und weiß, dass die Nutzer korrekte Abläufe vorfinden.


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